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Niedersachsen TUI-Chef kauft selbst Anteile
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen TUI-Chef kauft selbst Anteile
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11:44 20.02.2014
Der Tui-Vorstandsvorsitzende Friedrich Joussen will selbst für 500.000 Euro Tui-Aktien erwerben. Quelle: Julian Stratenschulte
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Hannover

Der Ausstieg eines der beiden Großaktionäre bei Europas größtem Reisekonzern eröffnet TUI nach Ansicht von Unternehmens-Chef Friedrich Joussen neue Perspektiven. „Unser Ziel ist eine Firma, die sich am Markt finanzieren kann“, sagte Joussen nach dem überraschenden Rückzug von Großaktionär John Fredriksen. Am Mittwochabend hatte der norwegische Reeder angekündigt, seinen TUI-Anteil von rund 20 auf 4,4 Prozent zu reduzieren. Joussen, der nun selbst für 500.000 Euro Tui-Aktien erwerben will, betonte: „Natürlich ist der Weg dahin nicht ganz risikolos, wenn sich einer der Anker-Aktionäre verabschiedet“.

Er sehe den Rückzug daher mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Größter TUI-Aktionär bleibt nach aktuellen Angaben mit 26 Prozent der russische Milliardär Alexej Mordaschow. Joussen, der sich am Donnerstag auf einer Telefonkonferenz aus Moskau äußerte, betonte, der Streubesitz werde nun auf 66 Prozent steigen. Die spanische Riu-Hotelgruppe werde zudem die Gelegenheit nutzen, ihren Anteil von 5 auf knapp 8 Prozent aufzustocken. Neben Joussen wollten auch Finanzvorstand Horst Beier sowie Aufsichtsratschef Klaus Mangold TUI-Aktien kaufen.

Fredriksen hatte seinen Anteil an TUI erst Ende des vergangenen Jahres erhöht. Nun nutzt er den jüngsten Kursanstieg und erlöst für 40 Millionen Aktien über eine halbe Milliarde Euro. Der ehemalige Großaktionär hatte in der Vergangenheit den Kurs der TUI-Spitze immer wieder scharf kritisiert. Der frühere Unternehmens-Chef Michael Frenzel hatte zunächst die Schifffahrt ausgebaut, um die Ertragslage mit einer Zwei-Säulen-Strategie zu stabilisieren. Der erneute Schwenk Richtung Verkauf der Schifffahrtssparte kam auch auf Druck Fredriksens zustande. Hapag-Lloyd bekam aber mit der Finanzkrise schwere Probleme, die TUI musste mehr Anteile behalten als geplant. TUI hält aktuell noch rund 22 Prozent an der Reederei, will sich davon aber trennen.

dpa

16.02.2014
Lars Ruzic 13.02.2014