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Niedersachsen TUI-Chef will Personalkosten drücken
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen TUI-Chef will Personalkosten drücken
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20:51 27.03.2013
Von Jens Heitmann
Tui-Vorstandsvorsitzende Friedrich Joussen Quelle: dpa
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Hannover

Damit fällt der Arbeitsplatzabbau etwas geringer aus als befürchtet: In der Belegschaft hatten zuvor Pläne für eine „Lean Management Holding“ für Unruhe gesorgt, die nur noch aus 60 bis 80 Mitarbeiter bestehen sollte.

Die Zentrale der TUI AG steuert direkt nur die firmeneigenen 205 Hotels mit 160000 Betten und das Kreuzfahrtgeschäft unter der Marke Hapag-Lloyd. Auf das Geschäft der Reiseveranstalter im Konzern hat die Führungsgesellschaft nur mittelbaren Zugriff: Das Kerngeschäft managt die Tochter TUI Travel in London, an der die TUI AG die Mehrheit hält. Für Joussen ist das ein Problem: Von den Gewinnen der britischen Tochter kommt bei den Aktionären der TUI AG nichts an - auch wegen der hohen Kosten der Zentrale in Hannover. Im vergangenen Jahr schlugen diese mit 73 Millionen Euro zu Buche.

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Gleich in seiner ersten Mitarbeiterversammlung im Februar hatte der neue TUI-Chef angekündigte, die Sach- und Personalkosten senken zu wollen. Nach dem Verkauf des Firmenjets stünden nun alle Werbe- und Sponsoring-Aktivitäten auf dem Prüfstand, heißt es in einer Mitteilung an die Mitarbeiter, die der HAZ vorliegt. Die TUI ist unter anderem Trikotsponsor von Hannover 96 und zahlt dafür 4 Millionen Euro pro Saison, der Vertrag läuft bis zum Sommer 2014.

Den Stellenabbau möchte Joussen mit Abfindungsangeboten beschleunigen. Die TUI will für jedes Jahr der Betriebszugehörigkeit ein Monatsgehalt zahlen zuzüglich eines Aufschlags von 25 Prozent für die freiwillige Aufhebung des Vertrages. Der Mindestbetrag liegt bei 20000 Euro. Man habe den Betriebsrat zu Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan aufgefordert, schreibt Joussen. Der Betriebsrat war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Buchungen im Plus: TUI Travel rechnet im laufenden Geschäftsjahr mit einer Steigerung des operativen Gewinns um fast 10 Prozent. Weil die Urlauber immer mehr Reisen buchen, die bei der Konkurrenz nicht zu haben sind, kann die Veranstaltersparte weiter höhere Preise durchsetzen, wie das Unternehmen mitteilte. Der Absatz von Exklusivreisen habe für den Sommer kräftig zugelegt: in Großbritannien um 15 Prozent, in Skandinavien um 12 Prozent und in Deutschland um 9 Prozent. (mit: dpa)

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