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Niedersachsen TUI Deutschland beendet Kurzarbeit
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen TUI Deutschland beendet Kurzarbeit
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19:27 24.01.2010
Von Jens Heitmann
Nach Angaben des Unternehmens ziehen die Buchungen seit Mitte Dezember spürbar an. Quelle: dpa
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Der hannoversche Reiseveranstalter TUI Deutschland beendet Ende Januar die Kurzarbeit: „Die Nachfrage liegt seit mehreren Wochen auf einem hohen Niveau“, sagte ein Unternehmenssprecher am Sonntag.

Nach dem Kollaps der US-Investmentbank Lehman Brothers waren im Zuge der aufziehenden Finanzkrise auch bei TUI Deutschland im Frühjahr 2009 die Buchungen eingebrochen. Das Unternehmen hatte daraufhin die Kapazitäten bei Fluggesellschaften und den Hotels zusammengestrichen – und zudem Kurzarbeit beantragt, um einen Stellenabbau zu vermeiden. Laut Vereinbarung mit dem Betriebsrat reduzierten die Beschäftigten in einem Zeitraum von vier Monaten ihre Arbeitszeit um 10 Prozent. Die Mitarbeiter konnten die betreffenden Monate frei wählen. „Dadurch wurden alle ein wenig statt wenige stark finanziell belastet“, sagte Betriebsratschef Christian Kuhn. Um ihre Solidarität mit den tariflich beschäftigten Mitarbeitern zu demonstrieren, hatten auch die Geschäftsführung und die leitenden Angestellten 2009 auf 5 Prozent ihrer monatlichen Vergütung verzichtet.

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Durch die Kurzarbeit bekam jeder Mitarbeiter von TUI Deutschland acht freie Tage zusätzlich. Die Einbußen beim Nettolohn bewegten sich nominal zwischen 2,8 und maximal 5 Prozent. Ein Mitarbeiter mit einem Bruttoeinkommen von 2000 Euro musste in einem der Kurzarbeitmonate netto auf 44,29 Euro verzichten und erhielt dafür zwei freie Tage. Unter dem Strich mussten die Beschäftigten jedoch kaum Abschläge hinnehmen: Weil das Ergebnis von TUI Deutschland am Ende der Saison – auch wegen der Sparmaßnahmen – besser ausfiel als befürchtet, bekamen die Mitarbeiter ein Weihnachtsgeld in Höhe von 114 Prozent eines Monatsgehaltes.

Nach Angaben des Unternehmens ziehen die Buchungen seit Mitte Dezember spürbar an. Getrieben werde der Aufwärtstrend vor allem durch hohe Zuwächse bei Fernreisen. Auch die Türkei und Menorca seien stark gefragt. „Während das Sommergeschäft nach dem Buchungsstart im November in der gesamten deutschen Urlaubsbranche zunächst noch deutlich hinter dem Niveau des Vorjahres zurückblieb, hat sich das Blatt inzwischen gewendet“, hatte TUI-Deutschland-Chef Volker Böttcher bereits vor der Reisemesse CMT erklärt.

Wegen des verhaltenen Geschäfts im Herbst lägen die Buchungszahlen für die Sommersaison kumuliert noch „im hohen einstelligen Prozentbereich“ im Minus, verlautete aus Unternehmenskreisen. Bei der Reisebüro-Organisation TUI Leisure Travel wurde die Kurzarbeit für die 2500 Mitarbeiter bis Ende September dieses Jahres verlängert. In Abhängigkeit von der aktuellen Buchungsentwicklung werde hier jedoch monatlich auf Büroebene darüber entschieden, wieder auf Vollzeit umzustellen, hieß es.