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Niedersachsen TUI-Zentrale bleibt in Hannover
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen TUI-Zentrale bleibt in Hannover
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22:31 30.07.2012
Von Jens Heitmann
Der TUI-Konzern soll weiterhin von Hannover aus gesteuert werden. Quelle: Dimi Anastassakis
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Hannover

 Der Vorstand solle in den kommenden Wochen Wege aufzeigen, wie man diesem Ziel näherkommen könne.  Zurzeit gibt es im Konzern zwei Zentralen: In London sitzt die Tochter TUI Travel, die das operative Geschäft der Reiseveranstalter führt. In Hannover residiert die Mutter TUI AG, die neben der 55-prozentigen Beteiligung an TUI Travel für die Hotel- und Ferienclubanlagen sowie für die Kreuzfahrten zuständig ist. Darüber hinaus ist die TUI AG noch mit 22 Prozent an der Reederei Hapag-Lloyd beteiligt. Diese Doppelstruktur sei nicht effizient – und zudem den Aktionären nicht vermittelbar, verlautete aus dem Aufsichtsrat.

Vor allem Großaktionär Alexej Mordaschow hat in den vergangenen Monaten massiv auf Änderungen gedrungen. Der russische Stahlmagnat war 2007 bei der TUI eingestiegen und hatte seine Anteile nach und nach erhöht. Nach Informationen dieser Zeitung hält er inzwischen 27 Prozent der Aktien und verfügt damit über die Sperrminorität. Mordaschow hat mit seinem Engagement beim Konzern bisher nur Geld verloren – nun dringt er darauf, dass die TUI in die Lage versetzt wird, auf Dauer Dividenden auszuschütten. Letztmals haben die Aktionäre 2007 Geld erhalten – 25 Cent je Anteilsschein.

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Um dieser Forderung nachzukommen, hatte man bei der TUI zuletzt verschiedene Varianten geprüft. Ein Kauf der ausstehenden TUI-Travel-Anteile wäre der einfachste Weg – doch dieser ist dem Konzern verbaut, weil dafür das Geld fehlt. Ursprünglich hatte der Vorstand gehofft, die nötigen Mittel durch die Veräußerung der Reederei Hapag-Lloyd hereinzubekommen. Doch dieser Verkaufsprozess zieht sich nach den gescheiterten Plänen für einen Börsengang noch länger hin. Mit neuen Schulden will man den Kauf aber nicht finanzieren.

Mordaschow soll deshalb den umgekehrten Weg vorgeschlagen haben – dass also die Tochter TUI Travel ihrerseits den Mutterkonzern TUI übernimmt. Der Aufsichtsrat des Konzerns hat dieses Modell durchrechnen lassen. Wegen der hohen Risiken für die Aktionäre der TUI AG habe man davon abgesehen, hieß es am Montag.

Nun soll der Vorstand andere Varianten prüfen, die eine Zusammenführung des touristischen Geschäfts ermöglichen – ohne den Standort Hannover zu gefährden. Der Beschluss dazu sei einstimmig gefallen, berichteten Teilnehmer nach der gestrigen Sitzung. Auch der Vertreter Mordaschows habe sein Plazet gegeben.

Dem Beschluss gingen offenbar intensive Verhandlungen voraus. Die eigentliche Sitzung des Gremiums konnte dadurch erst verspätet beginnen. Ohne einen formalen Beschluss des Aufsichtsrates hätte die Arbeitnehmerseite der Berufung eines neuen Konzernchefs nicht zugestimmt, hieß es.   

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