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Niedersachsen TUI spart sich den Firmenjet
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10:56 08.03.2013
Von Jens Heitmann
TUI mustert seine „Challenger 604“ aus. Quelle: Challenger
Hannover

In der „Challenger 604“, die sich der Konzern vor zwölf Jahren mehr als 20 Millionen Euro kosten ließ, konnten bis zu elf Manager nicht nur bequem die Beine ausstrecken – auch der Service an Bord sei immer vom Feinsten gewesen, berichten Mitreisende. Doch damit ist nun Schluss: Joussen will sparen und beginnt damit aus Gründen der Symbolik bei sich selbst.

Der 49-Jährige ist in Hannover angetreten, um mit der TUI endlich Geld zu verdienen. Operativ hat der Konzern zuletzt zwar einen Gewinn von 745 Millionen Euro ausgewiesen, für die eigenen Aktionäre aber kam unter dem Strich ein Verlust heraus. „Mit anderen Worten: In der Holding wird Geld vernichtet“, hieß es gleich im ersten Schreiben Joussens an seine Mitarbeiter.

Der neue Mann an der TUI-Spitze trägt sich deshalb mit dem Gedanken, die Konzernzentrale deutlich zu verkleinern – mindestens ein Drittel der 180 Mitarbeiter soll in den Planspielen des Vorstandes als überzählig gelten. Die TUI müsse „kosten-effizienter und kapitaleffektiver“ werden, hatte Joussen in seinem Brief an die Belegschaft geschrieben.

Zu so einer Forderung will ein firmeneigener Jet mit breiten Ledersesseln und viel Freiheit für die Beine des Vorstandes nicht so recht passen – zumal das Gremium nach dem Abschied von Michael Frenzel auf zwei Personen geschrumpft ist. Entsprechend selten wird die „Challenger“ genutzt; sie bleibt schon einmal eine Woche am Boden. Rund vier Millionen Euro im Jahr kostet die TUI dieser Luxus bisher. Nun sucht man einen Käufer für den Jet, Preisvorstellungen gebe es noch nicht, heißt es.

Damit bleibt von der Flotte der konzerneigenen „Hapag Lloyd Executive“  nur eine einzige Maschine übrig – sie fliegt Manager des Energiekonzerns e.on durch Europa. Vor der TUI hatte sich bereits der Versicherungskonzern Talanx vom eigenen Jet verabschiedet. Was dieser Verzicht für die zwei Dutzend Mitarbeiter in Langenhagen bedeutet, sei noch nicht klar, heißt es bei der TUI. Man suche nach einer „sozialverträglichen Lösung“.

Auch nach dem Verkauf des Vorstandsfliegers will Joussen dem Vernehmen nach nicht auf Holzklasse umbuchen. Für Besuche der Tochter TUI Travel in London etwa soll bei Bedarf ein Jet gemietet werden – weil kleine Maschinen auf dem City-Flughafen landen und damit den Mega-Hub Heathrow umfliegen können. Diese Zeitersparnis sei natürlich bares Geld wert, findet Joussen.

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