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Niedersachsen Tarifabschluss bei VW bleibt auf Linie
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Tarifabschluss bei VW bleibt auf Linie
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07:37 06.03.2015
Von Lars Ruzic
Quelle: dpa/Symbolbild
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Hannover

VW-Personalvorstand Horst Neumann sprach von einem „gerade noch tragbaren Kompromiss“, IG-Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine von einem „guten Tarifergebnis mit ordentlich Sahne drauf“. Beide Seiten haben sich damit wie erwartet am Abschluss der Metall- und Elektroindustrie orientiert. Wie schon im Flächentarif steht am Ende ein Lohnplus von 3,4 Prozent, das erst mit drei Monaten Verzögerung greift, und eine Laufzeit von 15 Monaten. Damit endet der neue VW-Tarif am 31. Mai 2016 - wie bisher zwei Monate nach dem Flächentarif, allerdings ohne Friedenspflicht.

Für den Autobauer ist diese Verzögerung von entscheidender strategischer Bedeutung, weil er so in der Regel das Ergebnis der Flächentarifverhandlungen abwarten und sich daran orientieren kann. Seit Jahren dringt VW darauf, die eigenen Löhne dürften sich von denen der anderen deutschen Autokonzerne nicht entfernen. Beide Seiten hätten auch diesmal „den harten Wettbewerb in der Branche im Blick behalten“, umschrieb es VW-Verhandlungsführer Martin Rosik.

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Quasi als Entschädigung für die drei „Nullmonate“ bekommen die VWler die Betriebsrenten-Aufstockung. Der Konzern geht hier einen anderen Weg als die Konkurrenz, die den Beschäftigten eine Einmalzahlung von 150 Euro zukommen lässt. Der Vorteil für VW ist, dass seine 450 Euro (150 Euro für Auszubildende) nicht faktisch fließen. Entgegenkommen zeigten die Wolfsburger bei der IG-Metall-Forderung nach 1400 festen Lehrstellen in den sechs Standorten in Niedersachsen und Kassel pro Jahr. Diese Aufstockung um je 150 Plätze soll bis einschließlich 2017 gelten. Damit schafft VW allein mehr Lehrstellen als die gesamte niedersächsische Metallindustrie. Gleichzeitig übernimmt der Konzern für seine „Studierenden im Praxisverbund“ künftig bis zu einer Summe von 350 Euro die Semestergebühren.

In naher Zukunft wollen beide Seiten zudem Gespräche über einen „Zukunftsplan Gute Arbeit“ aufnehmen. Angesichts zunehmender Digitalisierung und Vernetzung in den Fabriken steht die Branche vor gewaltigen Umstrukturierungen. Gleichzeitig wird die Belegschaft immer älter und fordert bessere Flexibilisierungsmöglichkeiten. Hierauf müsse VW Antworten finden, sagte Betriebsratschef Bernd Osterloh. „Das wird eine neue Form von Führung und Teamarbeit erfordern.“

Arbeitsgruppen sollen sich nun um die Gesundheit am Arbeitsplatz, die bessere Vereinbarkeit von Job und Privatleben, innovative Aus- und Weiterbildung, den Ausbau der Altersvorsorge sowie eine moderne Arbeitsorganisation kümmern.

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