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Niedersachsen Tarifeinigung im Einzelhandel erzielt
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Tarifeinigung im Einzelhandel erzielt
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00:15 27.02.2014
Von Lars Ruzic
Die Beschäftigten im Einzelhandel dürfen sich über 5,1 Prozent mehr Gehalt freuen. Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Hannover

Nach zehnmonatigem Gezerre haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaft im niedersächsischen Einzelhandel auf einen Tarifabschluss verständigt. Er sieht neben Gehaltssteigerungen um 5,1 Prozent in zwei Schritten einen Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde vor, der von 2015 an für alle Beschäftigten in tarifgebundenen Betrieben gelten wird. Bislang liegt diese Untergrenze bei 7,88 Euro.

Bis zuletzt hatte sich die Arbeitgeberseite gegen die Anhebung für alle Mitarbeiter in der untersten Tarifgruppe gewehrt. Die Tarifregion NiedersachsenBremen war deshalb die letzte ohne ­Ergebnis. Der Pilotabschluss von Baden-Württemberg liegt bereits fast vier Monate zurück. Selbst in den ostdeutschen Bundesländern hatten sich Arbeitgeber und Dienstleistungsgewerkschaft ver.di bereits auf 8,50 Euro geeinigt. Zuletzt haben nach HAZ-Informationen vor allem die großen Handelskonzerne wie Metro oder Edeka darauf gedrungen, dass auch die Niedersachsen diesem Vorbild folgen.

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Vom kommenden Jahr an soll ohnehin ein flächendeckender Mindestlohn von 8,50 Euro gelten – so hat es die schwarz-rote Koalition beschlossen. Allerdings lässt sie Abweichungen von diesem Wert bis Ende 2016 zu, sofern sie tariflich vereinbart wurden. Noch unklar ist, ob und in welchem Ausmaß die Bundesregierung Ausnahmen vom Mindestlohn zulässt – etwa bei Schülern oder Rentnern. Die Arbeitgeber in Niedersachsen hatten darauf spekuliert, solche Ausnahmeregelungen in ihr Tarifwerk übernehmen zu können. „Das Ziel haben wir eindeutig nicht erreicht“, räumte Verhandlungsführerin Karin Schindler-Abbes ein. Dafür konnten sie durchsetzen, dass der Mindestlohn erst frühestens im Mai 2016 wieder angehoben werden kann.

Die Aussicht auf einen staatlich geregelten Mindestlohn hat in den vergangenen Monaten einige Tarifpartner dazu bewogen, auf dem Verhandlungsweg eigene Regelungen zu finden. „Wir haben in letzter Zeit bemerkenswerte Tarifabschlüsse in Branchen gesehen, in denen es über Jahre so gut wie keine Fortschritte gegeben hat“, sagte unlängst der Leiter des gewerkschaftsnahen WSI-Tarifarchivs, Reinhard Bispinck. Dazu zählten beispielsweise Übereinkünfte bei den Friseuren oder in der Fleischwirtschaft. Nach einer WSI-Untersuchung von fast 5000 Vergütungsgruppen aus 40 Branchen sehen heute nur noch zehn Prozent davon Löhne vor, die unter 8,50 Euro liegen. 2010 lag der Wert noch bei 16 Prozent.

Von dem in Hannover gefundenen Kompromiss profitiert gut jeder vierte der 300 000 Beschäftigten im niedersächsischen und Bremer Einzelhandel direkt. Das Gros der Betriebe ist heute nicht mehr tarifgebunden, orientiert sich aber meist an den Abschlüssen. Das Tarifpaket sieht zudem vor, die bislang meist über Werkverträge angestellten Regalauffüller in den Tarifvertrag zurückzuholen. Sie sollen 9,54 Euro die Stunde erhalten. Bislang sind es nach ver.di-Angaben oft zwischen 6 und 7 Euro.

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Für die Tarifrunden in diesem Jahr liegen bislang Forderungen der Gewerkschaften zwischen 5,0 und 6,6 Prozent mehr Geld auf dem Tisch.Für insgesamt rund 12,5 Millionen Beschäftigte laufen 2013 die Lohn- und Gehaltstarifverträge aus, wie das WSI-Tarifarchiv der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung am Montag in Düsseldorf mitteilte.

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