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Niedersachsen Für 180 Euro mehr: Warnstreik bei Coca Cola
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Für 180 Euro mehr: Warnstreik bei Coca Cola
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15:11 10.04.2019
Der Tarifkonflikt spitzt sich zu: Nicht nur in Hildesheim legten Coca-Cola-Mitarbeiter die Arbeit nieder. Quelle: Tarek Abu Ajamieh
Hildesheim

Hunderte Mitarbeiter des Getränkeherstellers Coca-Cola haben in Niedersachsen und anderen Bundesländern am Mittwoch ihre Arbeit zeitweise niedergelegt. Am Standort Hildesheim beteiligten sich mehr als 120 Mitarbeiter am Warnstreik. Der Ausstand begann um 6 Uhr morgens und sollte bis 22 Uhr andauern – also über zwei Schichten. Die Frühschicht fuhr mit vier Bussen zu einer gemeinsamen Kundgebung der Beschäftigten mehrerer Standorte nach Hamburg.

Angebot: „Eine Unverschämtheit“

Die Gewerkschaft Nahrungsmittel-Genuss-Gaststätten (NGG) will vor der vierten Verhandlungsrunde mit dem Deutschland-Ableger des Getränkekonzerns den Druck erhöhen. Noch liegen beide Seiten weit auseinander. „Das Unternehmen hat 2018 ein Wahnsinns-Geschäftsjahr gehabt, enorme Gewinne eingefahren – bei gleichzeitigem Personalabbau“, kritisierte Lena Melcher, Geschäftsführerin der NGG-Region Hannover. Vor diesem Hintergrund sei das Angebot von Coca-Cola „eine Unverschämtheit“.

Die NGG fordert eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 180 Euro monatlich, Azubis sollen 100 Euro zusätzlich bekommen. Das Unternehmen bietet 90 Euro mehr im Monat für dieses Jahr und weitere 80 Euro pro Monat zusätzlich ab 2020. Laut Gewerkschaft fordert Coca-Cola zudem eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten – „und damit eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen“, so Melcher.

Coca Cola selbst sieht das ganz anders: Es gehe darum, die Kapazitäten und damit die Maschinen-Laufzeiten an einzelnen Standorten „saisonal auszuweiten“. Dafür solle die Belegschaft aber nicht mehr arbeiten, vielmehr wolle der Konzern zusätzliches Personal einstellen. Zudem biete Coca-Cola einen Anspruch auf Altersteilzeit ab 59 Jahren an.

Coca-Cola hat 7500 Mitarbeiter in Deutschland

Coca-Cola ist mit rund 630 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber in Hildesheim. In Niedersachsen gibt es zudem Standorte in Lüneburg und Achim. Bundesweit hat Coca-Cola 7500 Beschäftigte, auch an anderen Standorten gab es gestern Warnstreiks. NGG-Sprecherin Lena Melcher drohte am Mittwochmorgen in Hildesheim mit noch härteren Bandagen: „Wenn das Unternehmen am Donnerstag und Freitag kein verhandlungsfähiges Angebot vorlegt, erklären wir die Gespräche für gescheitert.“ Dann gebe es Urabstimmungen über unbefristete Streiks.

Bereits vor zwei Jahren hatten die Hildesheimer Coca-Cola-Mitarbeiter die Tarifforderungen ihrer Gewerkschaft mit Warnstreiks untermauert. Damals einigten sich beide Seiten in der folgenden Verhandlungsrunde auf ein Lohnplus von 2,2 Prozent.

Von Tarek Abu Ajamieh

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