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Niedersachsen Tarifkonflikt bei TUIfly eskaliert
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Tarifkonflikt bei TUIfly eskaliert
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18:27 10.04.2009
Von Jens Heitmann
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Das Logo der TUI vor dem Verwaltungsgebäude an der Karl-Wiechert-Allee. Quelle: Frank Radel
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Wenn die TUI-Tochter dem nicht nachkomme, „werden wir uns schnell in einem größeren Tarifkampf befinden als bisher“, sagte Verhandlungsführer Ingo Kronsfoth.

Das Kabinenpersonal und Mitarbeiter aus der Technik hatten am Donnerstag in Hannover, Hamburg und Düsseldorf die Arbeit ruhen lassen. Nach Angaben von TUIfly waren davon insgesamt 40 Flüge und etwa 6000 Passagiere betroffen. Die Fluggäste mussten mehrere Stunden Wartezeit hinnehmen, bis Ersatzmaschinen zur Verfügung gestanden hätten, sagte ein Unternehmenssprecher. Am Flughafen Hannover konnten 16 Flüge erst mit deutlicher Verspätung starten. Alle Passagiere seien an ihr Urlaubsziel gekommen: „Wir haben die Unannehmlichkeiten in Grenzen halten können.“

Die Gewerkschaft hatte für die knapp 2000 Flugbegleiter und Bodenbeschäftigten von TUIfly rückwirkend zum 1. März bei einer Laufzeit von 16 Monaten 5 Prozent mehr Lohn, eine betriebliche Altersvorsorgelösung und den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen gefordert. Das Angebot des Unternehmens sah bei einer Laufzeit von 24 Monaten für das laufende Jahr ein Gehaltsplus von 2,2 Prozent vor, 2010 sollte sich der Zuschlag nur die Inflationsrate dieses Jahres ausgleichen. Eine Beschäftigungsgarantie wollte TUIfly nur bis Februar 2011 abgeben.

„Wir sehen das als Provokation“, sagte ver.di-Verhandlungsführer Kronsfoth. „Die Sorgen der Beschäftigten werden nicht ernst genommen.“ Viele TUIfly-Mitarbeiter fürchten um ihren Arbeitsplatz, weil im Zuge einer Allianz zwischen der TUI und Air Berlin 17 der 38 TUIfly-Maschinen inklusive Besatzung an den bisherigen Konkurrenten verchartert werden. Die Berliner haben zugesagt, den von ihnen kontrollierten Teil der TUIfly-Flotte für mindestens zehn Jahre zu beschäftigen – diese Garantie gelte aber nicht für alle Arbeitsplätze, verlautete aus Unternehmenskreisen.

Die Gewerkschaft möchte einen Stellenabbau daher per Tarifvertrag bis zum Jahr 2019 ausschließen. Im Gegenzug verringerte die Arbeitnehmerseite ihre Lohnforderungen auf jeweils 3,5 Prozent für dieses und kommendes Jahr. Das lehnt das Unternehmen ab. „Wir halten diese Forderungen für überzogen und in der aktuellen Marktsituation für unannehmbar“, erklärte ein TUIfly-Sprecher.