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Niedersachsen Taschenhersteller Bree holt sich Investoren von außen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Taschenhersteller Bree holt sich Investoren von außen
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00:15 11.04.2014
Von Lars Ruzic
Taschenhersteller Philipp (rechts) und Axel Bree setzen auf Investoren. Quelle: dpa
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Hannover

Die Investoren übernehmen den 50-prozentigen Anteil von Philipp Bree, der schon seit Längerem seine eigene Taschenfirma vorantreibt.Axel Bree selbst bleibt Gesellschafter, jedoch mit einem verringerten Anteilspaket. Wie genau sich die Gesellschafterstruktur künftig darstellt, wollte er nicht sagen. Darüber – wie auch über den Kaufpreis – sei Stillschweigen vereinbart worden. „Aber es ist eine Konstellation, wie ich sie mir gewünscht habe.“

Von den drei neuen Gesellschaftern will einer nicht genannt werden. Die beiden anderen sind in der Modebranche keine Unbekannten. Da ist zum einen der frühere Karstadt-Chef und heutige Golf-House- und Liberty-Gesellschafter Peter Wolf. Hinzu kommt der frühere Vorstandschef des Prüfkonzerns Dekra, Klaus Schmidt, der inzwischen am Jeanshersteller Mustang beteiligt ist. Axel Bree bleibt alleiniger Geschäftsführer des Taschenherstellers aus Isernhagen. Die Partner habe er sich selbst ausgesucht, sagte der 46-Jährige. „Der Charakter des Familienunternehmens wird nicht verloren gehen.“

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Das Unternehmen ist auf frisches Geld von außen angewiesen, um zurück auf den Wachstumspfad zu kommen. „Wir wollen erheblich in Produkte, Marke, Vertrieb und Internationalisierung investieren“, sagte der Firmenchef. Bree hat schwierige Jahre mit teils hohen Verlusten hinter sich. Laut 2012er-Bilanz mussten unprofitable Läden geschlossen, die Beschaffung umstrukturiert und mehrere zentrale Positionen im Unternehmen neu besetzt werden. In diese Zeit fiel auch der Abschied von Philipp Bree aus dem operativen Geschäft. Er habe sein eigenes Projekt machen wollen, „mit hochwertigen Materialien und zeitlosem Design“, sagte er damals. Seine Firma heißt PB 0110 – nach dem Gründungsdatum am 1. Oktober 2012.

Bruder Axel Bree will nach der Restrukturierung nun durchstarten. Die Marke müsse modischer werden, sagte er. „Wir wollen die Lust der Frau auf die Tasche wecken.“ Vor allem der Vertrieb soll ausgebaut werden. Mittelfristig sollen in Deutschland zu den aktuell 31 eigenen Läden zwei bis drei pro Jahr hinzukommen. Gleichzeitig gelte es, die Beziehung zum Fachhandel zu verbessern. Hier hatte Bree aufgrund eigener Beschaffungsprobleme offenbar zwischenzeitlich Lieferschwierigkeiten. Nun solle ein sogenanntes Never-out-of-Stock-Programm (NOS) aufgelegt werden, sagte der Unternehmer. NOS sind in der Textilindustrie gang und gäbe. Sie stellen sicher, dass dem Händler die georderte Ware nicht ausgeht. Zudem will Bree das Onlinegeschäft vorantreiben. Das Unternehmen verfügt über einen eigenen Internetshop.

Bekannt im Land

Als Renate und Peter Bree im Jahr 1970 mit ihren ersten Ledertaschen anfingen, hatten sie nicht mehr als eine Idee und 10 000 D-Mark Startkapital. Daraus ist mit der Zeit ein Konzern erwachsen, den heute jeder vierte Deutsche kennt und der im Jahr gut eine halbe Million Taschen herstellen lässt. Weil der Vater schon im Alter von 51 Jahren starb, übernahmen die Söhne früh Verantwortung im Unternehmen. Seit 2001 waren Axel und Philipp Bree Geschäftsführer.

Wie im Modegeschäft üblich, übernehmen auch bei Bree externe Lieferanten die Fertigung der Taschen. Gleichzeitig gibt es diverse Franchise-Geschäfte, die von selbstständigen Unternehmern geführt werden.
Design und Materialauswahl sind die Kernkompetenzen der Firma in Isernhagen, die zwei Tochtergesellschaften in der Schweiz und Japan hat. Bree beschäftigt rund 200 Mitarbeiter, etwa 60 davon in Isernhagen.

lr

 

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