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Niedersachsen Tausende Metaller in Hannover erwartet
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Tausende Metaller in Hannover erwartet
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06:15 17.05.2012
Von Lars Ruzic
VW-Mitarbeiter beteiligen sich am Dienstag an den Streiks der Metallindustrie. Quelle: dpa
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Hannover

Die für 10 Uhr am Stöckener Markt in Hannover geplante Kundgebung der Warnstreikenden dürfte damit leicht auf mehr als 5000 Teilnehmer kommen. Denn die IG Metall hat ohnehin in 21 Betrieben zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. Das Gros dürften dann aber die VWler stellen, die selbst noch der Friedenspflicht unterliegen und deshalb nicht offiziell geladen sind.

Ähnliche Aktionen wird es in fast allen anderen westdeutschen VW-Werken geben. In Wolfsburg will man sich unter dem VW-Hochhaus versammeln, als Redner sind Betriebsratschef Bernd Osterloh und IG-Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine vorgesehen, der sowohl bei den Flächentarifgesprächen in der Metall- und Elektroindustrie wie auch beim VW-Haustarif als Verhandlungsführer fungiert.

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Die VWler wollen sich auf diesem Weg auch mit ihren Kollegen im Werk Osnabrück solidarisieren. Der von Karmann übernommene Standort unterliegt dem Flächentarifvertrag. Osnabrück haben die Metaller für Dienstag zur zentralen Warnstreikkundgebung erklärt. Dort spricht der DGB-Vorsitzende Michael Sommer. Die Haustarifverhandlungen bei Volkswagen laufen derzeit parallel zur Fläche. Es war deshalb nur eine Frage der zeit, dass sich die Kollegen verbünden würden. In der niedersächsischen Metall- und Elektroindustrie sowie bei Volkswagen arbeiten rund 180.000 Menschen.

In beiden Tarifrunden fordert die IG Metall 6,5 Prozent mehr Lohn. Der Tarifstreit in der Fläche dreht sich allerdings noch um weitere Punkte. Die Gewerkschafter wollen eine unbefristete Übernahme aller Ausgebildeten sowie erweiterte Mitspracherechte der Betriebsräte beim Einsatz von Leiharbeitern durchsetzen - zwei Forderungen, die bei Volkswagen schon länger erfüllt sind.

Am Dienstag wird in Sindelfingen in der fünften Runde über die Lösungsvorschläge einer von Gewerkschaft und Arbeitgebern eingesetzten Expertenkommission beraten. Im Mittelpunkt stehen genau diese qualitativen Themen, bei denen die Positionen der Tarifvertragsparteien besonders weit auseinander liegen. Mit einer endgültigen Einigung bei allen Themen wird jedoch erst eine Woche später gerechnet. In Niedersachsen haben sich nach Angaben der IG Metall bislang 28.000 Beschäftigte in 160 Betrieben an den Warnstreiks beteiligt.

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