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Niedersachsen Tausende Stahlkocher im Warnstreik
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Tausende Stahlkocher im Warnstreik
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20:02 08.11.2011
Von Carola Böse-Fischer
Die Stahlkocher wie hier im Werk Salzgitter wollen auch für eine bessere Altersteilzeit kämpfen. Quelle: dpa
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Hannover

Nach Angaben der Gewerkschaft wird es Arbeitsniederlegungen und Kundgebungen vor den Werken von ThyssenKrupp Nirosta in Düsseldorf und Krefeld sowie bei der Westfalenhütte in Dortmund geben. Warnstreiks seien auch bei der Georgsmarienhütte in Niedersachsen und bei den Deutschen Edelstahlwerken in Siegen sowie Witten geplant.

Am Donnerstag will die IG Metall die Streiks ausweiten. Dann könnten sogar rund 10.000 Beschäftigte in den zeitweiligen Ausstand treten. Schwerpunkte der Warnstreiks sollen dann Werke des ThyssenKrupp-Konzerns in Duisburg und Bochum, der Salzgitter-Konzern mit seinem Werk in Salzgitter und der Standort Bremen des Branchenführers ArcelorMittal sein.

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Drei Wochen lang habe man geredet – ohne Ergebnis, erklärte ein Sprecher der IG Metall. Am Montagabend war auch die zweite Tarifrunde für die 75.000 Beschäftigten der Eisen- und Stahlbranche in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen ergebnislos beendet worden. „Jetzt machen wir Druck für eine zügige und faire Lösung am Verhandlungstisch statt weiterer Spiele auf Zeit“, sagte der IG-Metall-Bezirksleiter NRW, Oliver Burkhard. Die Gewerkschaftszugehörigkeit in der Stahlbranche ist mit über 90 Prozent sehr hoch.

Mit den Warnstreiks hofft die Gewerkschaft die Arbeitgeber dazu zu bringen, in der für den 21. November anberaumten dritten Tarifrunde endlich ein Angebot vorzulegen. „Und zwar ein Angebot, über das wir in Richtung Ergebnis verhandeln können“, sagte ein Gewerkschaftssprecher. Dann sei ein Abschluss an diesem Tag möglich. Die IG Metall fordert 7 Prozent mehr Geld für die Stahlkocher, die unbefristete Übernahme aller Auszubildenden und eine Ausweitung der Altersteilzeit für mehr Beschäftigte. Die Forderungen seien „berechtigt und wirtschaftlich vertretbar“.

Das sieht der Arbeitgeberverband Stahl, der sich gestern „überrascht“ über die scharfe Gangart der IG Metall zeigte, naturgemäß anders. Für Hauptgeschäftsführer Bernhard Strippelmann sind die Tarifparteien „erst am Beginn äußerst schwieriger Verhandlungen“. Bislang sei nur über die Entgeltforderung verhandelt worden, aber noch nicht über die beiden anderen Punkte, die weitere finanzielle Belastungen für die Unternehmen bedeuteten. Deshalb sei es „nicht richtig, dass die IG Metall zu diesem Zeitpunkt zu Warnstreiks aufruft“, sagte Strippelmann.

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