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Niedersachsen Hamburger Taxifahrer wollen gegen Moia klagen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Hamburger Taxifahrer wollen gegen Moia klagen
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00:33 29.03.2018
Quelle: Symbolbild/dpa
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Hannover

 Taxiunternehmer wehren sich in mehreren Städten gegen neue Konkurrenten wie den VW-Fahrdienst Moia. In Hamburg plant ein Taxibetreiber eine Klage gegen die Stadt, falls diese Moia zulassen sollte. In Hannover könnte es ebenfalls zu einer juristischen Auseinandersetzung kommen. In Stuttgart haben am Montag hunderte Taxifahrer mit einem „arbeitsfreien Vormittag“ gegen neue Fahrdienste protestiert.

„Wir planen einen Widerspruch und eine Klage, falls die Stadt den Antrag von Moia genehmigt“, sagte der hamburgische Taxiunternehmer Ivica Krijan am Montag. Er habe wegen der zu erwartenden Anwaltskosten bereits 21.000 Euro durch Spenden gesammelt, vor allem von anderen Taxibetreibern. Die VW-Tochter Moia will in Hamburg bis zu 1000 App-gesteuerte Sammeltaxis einsetzen. Krijan befürchtet einen unfairen Wettbewerb, weil Moia anders als Taxis nicht der Tarif- und der Beförderungspflicht unterliegt.

Auch in Hannover, wo die VW-Tochter bis zu 250 Fahrzeuge einsetzen will, stößt sie auf Widerstand. „Wir behalten uns vor, jegliche Entscheidung der Stadt juristisch überprüfen zu lassen“, sagte Wolfgang Pettau, Taxiunternehmer und Geschäftsführer des Taxivermittlers Hallo Taxi. 

Moia betonte, man wolle keine Taxis ersetzen, sondern fülle „die große Lücke“ zwischen Taxis und dem öffentlichen Personennahverkehr. „Wir möchten gemeinsam mit den anderen Mobilitätsanbietern einer Stadt die Verkehrswende erreichen.“

Bundesweit bereiten viele Fahrdienste mit Sammeltaxis ihren Start vor oder sind seit Kurzem aktiv: Moia in Hannover und Hamburg, Berlkönig in Berlin, CleverShuttle unter anderem in Hamburg, Leipzig und Stuttgart. Die Madsack Mediengruppe, in der auch die HAZ erscheint, hält – ausschließlich in Leipzig – die Mehrheit am dortigen CleverShuttle-Anbieter.

Von Christian Wölbert