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Niedersachsen Telekom verteidigt Verlagerung nach Hannover
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Telekom verteidigt Verlagerung nach Hannover
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16:11 21.12.2010
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Die Telekom hat die seit Wochen umstrittenen Stellenverlagerungen in Niedersachsen gegen Kritik aus Gewerkschaften und Landtags-Opposition verteidigt. Der Vorwurf, es könne Standort-Schließungen geben, sei falsch, betonte Unternehmenssprecher Lorenz Steinke am Dienstag. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi befürchtet, dass die geplante Versetzung Hunderter Mitarbeiter nach Hannover im kommenden Jahr das Aus für kleinere Niederlassungen bedeutet. Aus dem Wirtschaftsministerium hieß es, in den Gesprächen mit dem Konzern sei es lediglich um personelle Umstrukturierungen, nicht um Schließungen gegangen. „Das hat man uns so versichert.“

Die SPD hatte eine Anfrage an die Landesregierung gerichtet, um mehr Klarheit über die Telekom-Pläne zu bekommen. Die Antwort befriedigte Verdi-Fachbereichsleiter Hugo Waschkeit jedoch nicht: „Es sind erst nur Verlagerungen, doch daraus ergeben sich Schließungen.“ Das Wirtschaftsministerium habe die Möglichkeit eines „Stellenabbaus durch die Hintertür“ offenbar nicht bedacht. Falls kleine Standorte wegfielen, könnten zudem weniger Auszubildende eingestellt werden.

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Der Bonner Telekommunikationsriese trat den Bedenken mit Nachdruck entgegen. „Wir werden einige Büros und Arbeitsgruppen zusammenlegen. Schließungen gibt es nicht“, unterstrich Steinke. Das Konzept sei die Grundlage für Verhandlungen mit den Arbeitnehmern im Januar.

Von derzeit 1000 sollten fortan mehr als 760 Mitarbeiter in Hannover beschäftigt werden, erklärte der Telekom-Sprecher. Sie kämen unter anderem aus Osnabrück, Braunschweig und Göttingen, aber auch aus dem nordhessischen Kassel sowie aus Bielefeld und Detmold (Nordrhein-Westfalen). Im Gegenzug würden auch einige Kollegen aus Hannover an andere Standorte wechseln.

Aus Sicht des Wirtschaftsministeriums sind die Planungen der Telekom schmerzhaft für die betroffenen Beschäftigten, nach dem aktuellen Stand der Gespräche jedoch betriebswirtschaftlich begründet: „Es ist nie schön, wenn man pendeln muss. Die Telekom hat angekündigt, es den individuellen Mitarbeitern möglichst Recht zu machen.“ Nach Verdi-Angaben müssen sich viele Kollegen künftig auf eine bis zu 150 Kilometer lange Fahrt zum Arbeitsplatz einstellen.

dpa