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Niedersachsen Ein bisschen Aufschwung
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13:11 12.02.2014
Kritisiert seinen Vorgänger: Tui-Chef Friedrich Joussen. Quelle: dpa
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Hannover

Das verloren gegangene Vertrauen der Aktionäre habe den Konzern zwischenzeitlich "in eine sehr gefährliche Lage gebracht", sagte Joussen laut Redemanuskript am Mittwoch bei der Hauptversammlung in Hannover, ohne allerdings den Namen seines Vorgängers, Michael Frenzel, zu nennen. "Der Konzern wurde als Wertvernichter angesehen." Netto seien pro Jahr 100 Millionen Euro Barmittel aus dem Unternehmen abgeflossen. Die Verkleinerung der laut Joussen zuvor "überdimensionierten" Konzernzentrale sei daher unumgänglich gewesen.

Höhere Reisepreise und die Sanierung des Frankreichgeschäfts haben indes die Verluste zum Winterstart abgemildert. Im ersten Geschäftsquartal bis Ende Dezember verringerte sich der saisontypische Fehlbetrag unter dem Strich um 22 Prozent auf 109 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch vor der Hauptversammlung in Hannover mitteilte.

Höhere Verluste im Kreuzfahrtgeschäft und bei der Container-Reederei Hapag-Lloyd machte Tui dabei ebenso wett wie die Einbrüche bei den Reisen ins krisengeschüttelte Ägypten. Analysten hatten mit einem höheren Verlust gerechnet. Der Konzernumsatz ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp drei Prozent auf 3,4 Milliarden Euro zurück. Der um Sondereffekte bereinigte operative Verlust verringerte sich um weniger als ein Prozent auf 141 Millionen Euro. Reiseveranstalter schreiben im Winter meist rote Zahlen. Ihre Gewinne fahren sie in der Hauptreisezeit im Sommer ein.

dpa

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