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Niedersachsen Tui Travel sieht sich auf Kurs
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14:43 10.05.2011
Der Reiseveranstalter schaut positiv in die Zukunft - trotz der Unruhen in Tunesien und Ägypten. Quelle: dpa
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Während sich die britischen Urlauber angesichts der schwachen Konjunktur im Land weiter zurückhielten, freut Tui sich in Deutschland über wachsende Reiselust.

In der ersten Hälfte des Geschäftsjahres, das am 1. Oktober beginnt, verbuchte Tui Travel unter dem Strich einen Verlust von 255 Millionen Pfund (290 Mio Euro), ein Fünftel weniger als ein Jahr zuvor. Die Erlöse kletterten um fünf Prozent auf 5,2 Milliarden Pfund. Reiseveranstalter schreiben im Winter in der Regel rote Zahlen. Ihren Gewinn fahren sie in der Hauptreisezeit im Sommer ein.

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„Angesichts der Ergebnisse des ersten Halbjahres und der Sommerbuchungen sind wir auf Kurs, die Erwartungen der Unternehmensführung für 2011 zu erfüllen“, sagte Tui-Travel-Chef Peter Long.

In den wichtigsten Märkten für Reiseveranstalter, Großbritannien und Deutschland, verlief die Entwicklung unterschiedlich. Die britischen Urlauber hielten sich zuletzt etwas zurück. Die gebuchten Umsätze liegen um drei Prozent über Vorjahr, die Gästezahl auf Vorjahresniveau. In Deutschland lagen die Buchungen dagegen um neun Prozent über Vorjahr, der Umsatz sogar um 12 Prozent. Besonders die Balearen stünden hoch im Kurs.

Rückläufig ist die Nachfrage derzeit bei den französischen Veranstaltern der Tui Travel. Dies habe auch mit den Unruhen in den nordafrikanischen Feriengebieten zu tun, die bei Franzosen besonders beliebt seien. Der jüngste Terroranschlag in Marrakesch habe zudem die Nachfrage nach Urlaub in Marokko geschwächt.

Die Unruhen in Nordafrika kosteten Tui Travel wegen der Buchungsausfälle und Rückholaktionen rund 29 Millionen Pfund. „Dank unseres flexiblen Geschäftsmodells konnten wir auf die Lage in Ägypten und Tunesien schnell reagieren“, sagte Long. Reisen nach Spanien, Griechenland und in die Türkei seien stärker nachgefragt worden. Das Unternehmen habe seine Angebote für diese Länder entsprechend ausgeweitet.

Auch die Nummer zwei der Branche, Thomas Cook, bekommt die Unruhen in Nordafrika deutlich zu spüren. Die Nachfrage nach Reisen in die Region erhole sich schleppender als erwartet, hatte das Unternehmen am Montag berichtet. Hatten die Ausfälle in Nordafrika Thomas Cook bislang 22 Millionen Pfund Gewinn gekostet, rechnet der Vorstand für das zweite Geschäftshalbjahr nun mit einer Belastung von weiteren 35 Millionen Pfund. Dennoch ist auch Thomas Cook grundsätzlich zuversichtlich.

Die Belastungen hätten im ersten Geschäftshalbjahr bis Ende März aufgefangen werden können. Der saisontypische Verlust ging von 212 auf 201 Millionen Pfund zurück. Der Umsatz legte um vier Prozent auf 3,4 Milliarden Pfund zu. Operativ geriet Thomas Cook mit einem Minus von 166 Millionen Pfund jedoch tiefer in die roten Zahlen.

dpa