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Niedersachsen Tui droht mit Abbau jeder vierten Stelle
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Tui droht mit Abbau jeder vierten Stelle
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12:23 19.08.2011
Deutschlands größter Reiseveranstalter Tui steht mit seinem Betriebsrat in Verhandlungen über einen geplanten Stellenabbau in Hannover. Quelle: dpa
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Hannover

Der größte deutsche Reiseveranstalter Tui hat mit seinem Betriebsrat Verhandlungen über Stellenabbau begonnen. „Wir führen konstruktive Gespräche“, sagte Tui-Sprecher Mario Köpers am Freitag in Hannover. Medienberichten zufolge sollen bis zu 400 Arbeitsplätze wegfallen. Zu konkreten Zahlen wollte sich Köpers nicht äußern. Für den Herbst würden Verhandlungsergebnisse erwartet.

Der Betriebsrat erklärte, es müsse sichergestellt werden, „dass ein unkontrollierter und unsozialer Kostenkahlschlag zu Lasten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verhindert wird“. Allerdings sei eine Neuausrichtung der Tui durch eine marktgerechte und zukunftsorientierte Anpassung der Geschäftsmodelle auch aus Sicht des Betriebsrates unerlässlich, um Unternehmen und Arbeitsplätze langfristig zu erhalten. Nachteilige Auswirkungen auf die bestehenden Arbeitsplätze ließen sich dabei nicht vollständig vermeiden.

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Tui Deutschland beschäftigt in der Zentrale in Hannover rund 1650 Mitarbeiter. Deutschlandweit sind es nach Köpers Worten knapp 9600 Beschäftigte, die unter anderem auch in den Tui-eigenen Reisebüros arbeiten. Von dem Stellenabbau werden nach Einschätzung von Beobachtern aber vor allem die Jobs in den zentralen Produktionseinheiten in Hannover betroffen sein.

Der Jobabbau war im Zuge eines Wachstums- und Ertragssteigerungsprogramms erwartet worden. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit auf dem hart umkämpften Reisemarkt zu sichern, der von scharfem Preisdruck gekennzeichnet ist. Das Programm ist auf fünf Jahre angelegt, Tui hatte darüber bereits im Februar informiert. „Es handelt sich hier nicht um eine Kurzschlussreaktion“, sagte Köpers.

Tui plant umfassende Umstrukturierungen, die mit einem neuen Buchungs- und Reservierungssystem auch eine stärkere Automatisierung in den Geschäftsabläufen vorsehen. Dadurch werden weniger Beschäftigte benötigt. Das Unternehmen stellt sich dabei auf eine wachsende Zweiteilung des Marktes ein: Auf der einen Seite soll das Geschäft mit exklusiven, eigenen Hotels für eine kaufkräftigere Kundschaft ausgeweitet werden. Zum anderen will Tui aber auch im preisgünstigen Massenmarkt und Online-Reiseverkauf stärker angreifen.

Tui-Deutschland-Chef Volker Böttcher sagte, die neue Strategie sei die Antwort der Tui auf den gravierenden Marktumbruch. „Mit unserem Strategie- und Wachstumsprogramm GET 2015 schaffen wir zukunftsfähige Arbeitsplätze und sichern somit langfristig die Beschäftigung am Standort Hannover“, sagte Böttcher.

dpa