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Niedersachsen Tui will weltweit 45 neue Hotels eröffnen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Tui will weltweit 45 neue Hotels eröffnen
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18:52 26.06.2017
Von Jens Heitmann
Dreistelliger Millionenbetrag für neue Hotels: Karibik, Südostasien und Inseln im Indischen Ozean hält die Tui für besonders attraktive Regionen. Quelle: Julian Stratenschulte
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Hannover

Die Tui will in den nächsten beiden Jahren bis zu 45 neue Hotels eröffnen. Der Konzern werde dafür einen höheren dreistelligen Millionenbetrag investieren, sagte Vorstand Sebastian Ebel am Montag bei der Vorstellung der neuen Winterprogramme in Hannover. Um eine möglichst hohe Auslastung sicherzustellen, seien vor allem Standorte in der Karibik, in Südostasien und auf Inseln im Indischen Ozean attraktiv, die das ganze Jahr über Saison hätten. Man werde bei der Suche aber sehr selektiv vorgehen, sagte Ebel: „Gier darf nicht Hirn fressen.“

Tui stärkt ihre Kernmarken

Aktuell verfügt die Tui weltweit über rund 300 Hotels mit mehr als 210.000 Betten. Vier von zehn Anlagen gehören dem Konzern, die übrigen werden über Managementverträge betrieben oder gepachtet. Ziel sei, möglichst viele Hotels bei den sieben Kernmarken Riu, Robinson, Magic Life, Tui Blue, Family Life, Sensimar und Sensatori einzusortieren, sagte Ebel. Diese Label stünden für Qualität - und damit auch für hohe Margen.

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Insbesondere auf dem deutschsprachigen Markt möchte die Tui aber nicht nur bei teuren Reisen zulegen, auch der „Budget-Bereich“ stehe wieder stärker im Fokus, sagte Ebel. Dabei wolle man auch preissensible Kunden mit Leistungen „am oberen Ende der Qualität“ überzeugen.

Als Ebel vor zwei Jahren auch an die Spitze des Veranstalters Tui Deutschland gerückt war, hatte er der margenschwachen Konzerntochter ein Strategieprogramm mit dem etwas sperrigen Titel „XQ-200-50-25“ verordnet: Tui Deutschland sollte seinen Marktanteil auf 25 Prozent steigern, das operative Ergebnis auf 200 Millionen Euro erhöhen und die Weiterempfehlungsrate bei den Kunden - den „Net Promoter Score“ - auf einen Wert von 50 treiben. Das Kürzel „XQ“ stand für „Execution Quotient“, der den Grad und die Geschwindigkeit der angestrebten Veränderungen verkörpern soll.

Auf diesem Weg sei man gut vorangekommen, sagte Ebel, der im Juli die Führung des Veranstalters an Marek Andryszak übergibt. Der Marktanteil sei auf 23 Prozent gestiegen und lege weiter zu. Die Weiterempfehlungsquote liege ebenfalls nur noch knapp unter der Zielmarke. Nur beim Gewinn hinkt man den Vorgaben noch weit hinterher. Ebel aber zeigte sich zufrieden: „Unsere Wachstumsstrategie geht auf.“

Für das laufende Sommergeschäft und die kommende Wintersaison ist Tui Deutschland sehr optimistisch. Wegen der guten Konjunktur sei die Nachfrage groß - selbst zuletzt eher gemiedene Reiseziele wie Ägypten, Tunesien und die Türkei profitierten davon, sagte Andryszak. Tui Deutschland rechne deshalb damit, fast dreimal so stark zu wachsen wie die Konkurrenz, die im Schnitt mit einem Plus von 2,5 Prozent kalkuliere.

Fernreisen liegen im Trend

Besonders punkten kann die Tui inzwischen bei Fernreisen - in diesem Sommer lägen die Buchungen um 15 Prozent über Vorjahr, hieß es. Außer den USA, Mexiko und Kanada verzeichneten auch die Malediven, Mauritius und Indonesien hohe Zuwächse, sagte Andryszak. Zudem will die Tui auch zu anderen Zielen mehr Flüge anbieten - insbesondere nach Ägypten und nach Mallorca.

Die Preise für die Wintersaison entwickeln sich unterschiedlich: Während Reisen nach Ägypten, Jamaica und in die Dominikanische Republik im Schnitt etwas billiger werden, müssen die Urlauber für die Kanarischen Inseln, Thailand und die USA etwas tiefer in die Tasche greifen.

Stefan Winter 25.06.2017
Jens Heitmann 23.06.2017