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Niedersachsen Ferienflieger Tuifly startet auch auf der Fernstrecke
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen

Tuifly: Ferienflieger startet auf der Fernstrecke

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20:33 21.11.2019
Tuifly will zusätzliche Flugzeuge einsetzen. Dies bedeutet auch mehr Arbeit für die Beschäftigten in der Wartung. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Die Ferienfluggesellschaft Tuifly nutzt die Schwäche der Konkurrenz, um auf Wachstumskurs zu gehen. Mit Beginn der Wintersaison 2020/21 will die Tui-Tochter auch Langstreckenflüge anbieten und Urlaubsziele in der Karibik und in Mexiko ansteuern. Zunächst werde die Flotte von derzeit 39 Flugzeugen um zwei Maschinen erweitert, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Hannover mit. „Sollten sich durch weitere Marktveränderungen die Kapazitäten in den nächsten Monaten reduzieren, können wir unseren geplanten Flottenaufbau auch zügiger umsetzen“, sagte Geschäftsführer Oliver Lackmann.

Damit spielt das Management auf die Schwierigkeiten des Konkurrenten Condor an. Nach der Insolvenz von Thomas Cook kämpft die frühere Chartertochter des Reisekonzerns ums Überleben. Aktuell wird Condor durch einen Staatskredit in der Luft gehalten. Langfristig benötigt die Gesellschaft aber einen finanzkräftigen Investor.

Belegschaft verzichtet auf Lohnerhöhungen

Voraussetzung für die Expansion auf die Fernstrecke sind tarifliche Zugeständnisse der Tuifly-Belegschaft. Die Gewerkschaft Verdi und die Vereinigung Cockpit hatten eingeräumt, dass die Gesellschaft wegen zu hoher Personalkosten bisher nicht mit Wettbewerbern mithalten könne. Wenn der Konzern zu Investitionen in neue Flugzeuge bereit sei, müsse man Einschnitte akzeptieren, um dauerhaft profitabel zu werden, hieß es in einer Mitteilung der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat: „Denn eines haben uns die vielen Insolvenzen unserer ehemaligen Mitbewerber bewiesen: Langfristig prosperierende Tarifverträge sind nur in einem prosperierenden Unternehmen garantiert.“

Die Verhandlungen gestalteten sich jedoch schwierig. Während das Management sich mit dem Boden- und Kabinenpersonal vergleichsweise schnell auf eine Vereinbarung einigen konnte, zogen sich die Gespräche mit den Piloten hin. Die Geschäftsführung hatte bereits das Scheitern erklärt, dann eine neue Frist bis zum 8. November gesetzt – und auch diese wieder verstreichen lassen. Nun habe man eine Einigung erzielt, hieß es am Donnerstag von beiden Seiten. Nach HAZ-Informationen verzichtet die Belegschaft in den nächsten Jahren unter anderem auf Lohnerhöhungen.

Flotte soll weiter wachsen

Die deutsche Tuifly dagegen ist bisher vorrangig auf Strecken in Richtung Mittelmeer und Kanarische Inseln unterwegs. Bei der Expansion in die Karibik und nach Mexiko hofft man in Hannover nicht nur auf zusätzliche Passagiere – es geht dem Konzern auch darum, seine Kunden verlässlich in die eigenen Hotels und in die Häfen der Region zu bringen, von denen Kreuzfahrtschiffe von Tui Cruises ablegen. Die Fluggesellschaft will ihre Flotte weiter aufstocken: Insgesamt könne man sich fünf Maschinen auf der Fernstrecke vorstellen, verlautete aus Unternehmenskreisen.

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