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Niedersachsen Öko-Verkehrsclub lobt neue Diesel
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15:20 18.10.2018
VCD-Experte Gerd Lottsiepen: „Kein Modell aus der Mottenkiste andrehen lassen“
VCD-Experte Gerd Lottsiepen: „Kein Modell aus der Mottenkiste andrehen lassen“ Quelle: VCD/Katja Täubert
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Berlin

Der ökologisch orientierte Verkehrsclub Deutschland (VCD) empfiehlt – anders als im Vorjahr – nun wieder Diesel-Autos. Modelle der Schadstoffklasse 6d-TEMP seien durch ihren Katalysator nicht nur im Labor, sondern auch auf der Straße sauber, erklärte der Verein am Donnerstag zur Vorstellung seiner jährlichen Auto-Umweltliste. Im vergangenen Jahr hatte kein Diesel den Ansprüchen genügt.

Die neue Liste der empfohlenen Modelle enthält 22 Diesel, 21 Benziner, acht Benzin-Hybride, sieben Elektroautos, zwei Plug-In-Hybride und ein Erdgasfahrzeug. Alle verbrauchen nach dem neuen, realitätsnäheren Prüfverfahren WLTP maximal 5,1 Liter Diesel oder 5,7 Liter Benzin. Auf der Liste stehen unter anderem drei Modelle von VW, vier von BMW, acht von Citroen, zehn von Peugeot und sieben von Toyota. Laut VCD lieferten die Hersteller „nur zum Teil“ die gewünschten Daten. Es ist also denkbar, dass auch Modelle, die nicht auf der Liste stehen, die Kriterien erfüllen.

Nicht alle aktuellen Diesel sauber

Das Dieselproblem sei auch heute noch nicht gelöst, betonte der verkehrspolitische Sprecher des VCD, Gerd Lottsiepen. Aktuelle Diesel der Abgasnorm Euro 6c stießen so viele gesundheitsschädliche Stickoxide aus, dass auch für sie Fahrverbote drohten. Auch von Benzin-Direkteinspritzern ohne Partikelfilter rät der Club ab.

„Der große Skandal ist, dass noch immer solche Dreckschleudern verkauft werden“, sagte Lottsiepen. Autokäufer dürften sich keine Modelle aus der Mottenkiste andrehen lassen. Für „Schrott“ hält er die Pläne von Autoherstellern, alte Diesel mit Hilfe von Neuwagenrabatten aus dem Verkehr zu ziehen und dann zu verschrotten. „Lieber eine echte Entschädigung“, forderte er.

Immer besser werde die Öko-Bilanz von Elektroautos, denn der Anteil erneuerbarer Energie im Strommix steige. Es seien noch zu wenige Modelle im Angebot und die Lieferzeiten von bis zu einem Jahr zu lang. Neue kleine, leichte und kostengünstige Modelle machten aber Hoffnung. Für umweltschädlich hält der Verein wegen der notwendigen großen Batterien jedoch große Limousinen und Sport-Geländewagen mit Elektro- oder Hybrid-Antrieb.

Von Burkhard Fraune und Christian Wölbert

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