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Niedersachsen Ein verhageltes Jahr
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Ein verhageltes Jahr
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00:15 15.12.2013
Von Albrecht Scheuermann
Scheibenaustausch bei einem vom Hagel demolierten Auto in Hannover. Insgesamt musste die VGH 26 000 Hagelschäden regulieren. Quelle: Tobias Kleinschmidt
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Hannover

Diese habe man jedoch gut gemeistert, resümierte jetzt VGH-Chef Hermann Kasten. „Wir wollen auch nicht jammern und klagen, die Versicherung solcher Schäden ist schließlich unser Geschäftszweck – dafür sind wir da.“
Allein Andreas kostete das VGH-Kernunternehmen Landschaftliche Brandkasse Hannover mit 26 000 Einzelschäden rund 90 Millionen Euro. Dadurch kletterte die Gesamtschadenbelastung der Brandkasse in diesem Jahr voraussichtlich auf etwa 840 Millionen Euro, nachdem sie schon im Vorjahr mit 740 Millionen Euro auf einen bisherigen. Höchststand geklettert war.

Damit war Andreas zwar teurer als der Wintersturm Kyrill im Jahr 2007, aber das schlimmste Schadenereignis der Brandkasse liegt schon viel weiter zurück. Kasten erinnerte an den „Niedersachsen-Sturm“ von 1972, der in Relation zu den damaligen Beitragseinnahmen vielfach höhere Aufwendungen verursacht – und sogar die Hälfte des Eigenkapitals verschlungen hatte. Man habe daraus jedoch Lehren gezogen und die Vorsorge für solche Risiken erheblich verbessert.
So kann die Brandkasse dieses Jahr laut Kasten trotz der Schäden einen Gewinn von 24 (Vorjahr: 36) Millionen Euro einfahren und das Eigenkapital sowie die Rückstellung für Beitragsrückerstattung aufstocken.

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Anstieg der Beiträge

Ansonsten laufen die Geschäfte des Unternehmens offenbar bestens. Kasten freute sich über einen überdurchschnittlichen Anstieg der Beiträge auf über eine Milliarde Euro, einen Zuwachs bei Kunden und Verträgen und damit eine Ausweitung der Marktanteile.

Allerdings ist der Anstieg der Einnahmen zum Teil auch auf Preisveränderungen zurückzuführen. Dies betrifft vor allem die Kunden in der Autoversicherung, denen auch jetzt wieder – wie in den Vorjahren – in vielen Fällen Prämienerhöhungen bevorstehen. Zum Jahreswechsel steigt laut Kasten die durchschnittliche Tarifprämie bei der VGH um 8 Prozent. Für die Bestandskunden ergibt sich nach Berücksichtigung von Änderungen bei Typ-, Regional- und Schadenfreiheitsklasse eine durchschnittliche Erhöhung von 4 bis 5 Prozent.

„Genereller Markttrend“

Der VGH-Chef hob jedoch hervor, dass es sich um einen generellen Markttrend handele. Die Verteuerung sei auch notwendig, weil die Autosparte immer noch rote Zahlen schreibe. Das Preisniveau liege heute im Schnitt auf dem Niveau von 1984. Einen Grund dafür sieht die VGH bei der Zunahme von sehr teuren Haftpflichtschäden. Zwar gehe die Zahl der Toten im Straßenverkehr stark zurück, zugleich gebe es jedoch immer mehr extrem teure Personenschäden. Kasten verwies auf die zum Teil sehr teure medizinische Behandlung von Schwerstverletzten und hohe Folgekosten zum Beispiel für lebenslange Rentenzahlungen.

Eine Beitragsanhebung gibt es auch in der Wohngebäudeversicherung. „Dieses Geschäft macht keine Freude“, sagte Kasten, die Sparte schreibe unter dem Strich Verlust.
Insgesamt rechnet die VGH im jetzt zu Ende gehenden Jahr mit Bruttobeitragseinnahmen von 1,9 Milliarden Euro. Dies ist ein Plus von rund 4 Prozent im Vergleich zu 2012.

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