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Niedersachsen VHV bietet Telematiktarif für Autopolicen an
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen VHV bietet Telematiktarif für Autopolicen an
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21:53 06.05.2015
Von Albrecht Scheuermann
Lockt die Mitarbeiter mit Prämien: Die VHV Versicherung in der hannoverschen List. Foto: Körner Quelle: (Alexander Körner)
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Hannover

„Wenn alle Welt über Digitalisierung spricht, ist es für einen großen deutschen Autoversicherer selbstverständlich, sich damit zu befassen“, erklärte am Mittwoch Thomas Voigt, Vorstandsprecher der VHV Allgemeine. Sie hat sich zunächst zum Ziel gesetzt, 10 000 Verträge mit diesem Tarif abzuschließen. „Dann wird geguckt und analysiert“, hieß es.

Zuvor hatte die Versicherung dieses System schon mit 500 ausgewählten Kunden getestet. Dabei misst eine kleine elektronische Box, die ins Auto eingebaut wird, Fahr­daten wie zum Beispiel zurückgelegte Strecken und Geschwindig­keit und funkt diese Daten per Hand­ynetz an einen von der VHV beauftragten Dienstleister. Wie Voigt betonte, bekommt die VHV keine Daten des einzelnen Kunden zu Gesicht. Vielmehr werden diese automatisch mit einem Durchschnittsbestand verglichen, aufgrund der Abweichungen wird die jeweilige Prämie ermittelt. Die persönlichen Fahrdaten könne nur der Kunde selbst über ein Internetportal verfolgen.

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Wer dieses Angebot nutzen will, zahlt bei der VHV zwar 120 Euro extra pro Jahr, kann aber durch entsprechend vorsichtige Fahrweise seine Autoversicherungsprämie um bis zu 30 Prozent senken. „Das ist insbesondere für junge Leute interessant, die relativ hohe Beiträge zahlen müssen“, erläuterte Voigt. Das System, das sich in der Versicherungsbranche derzeit etabliert, biete den Nutzern weitere Vorteile, so den automatischen Notruf bei Unfällen.

Die VHV spürt in der Autoversicherung ein geändertes Kundenverhalten. „Die Wechselmanie lässt deutlich nach“, sagte Voigt. Die VHV habe gleichwohl zum Jahreswechsel netto etwa 40 000 neue Kunden gewonnen. Dies sei eines der besten Ergebnisse in den vergangenen 15 Jahren.

Auch insgesamt befindet sich die VHV-Gruppe offenbar weiter auf Erfolgskurs. Ihr Vorstandsvorsitzender Uwe Reuter zeigte sich nach dem „durchweg sehr erfolgreichen Jahr“ 2014 zuversichtlich für das laufende Jahr. „Die Geschäftszahlen liegen für alle Bereiche im Plan.“ Vergangenes Jahr hat die Gruppe, zu der auch die Hannoversche Lebensversicherung gehört, ihre Beitragseinnahmen um 2,4 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro gesteigert. Auch der Vertragsbestand ging nach oben. Der Jahresüberschuss fiel mit 104 Millionen Euro etwa doppelt so groß aus wie im Vorjahr, was vor allem mit einem sehr niedrigen Schadenaufwand zusammenhängt. Es gab wenig Naturkatastrophen oder Großschäden.

Das gute Ergebnis nutzt auch den mehr als 2000 VHV-Mitarbeitern. Sie bekommen eine Erfolgsbeteiligung von mehr als zwei Monatsgehältern, die genaue Größe steht noch nicht fest. Wer daran teilnimmt, muss allerdings auf etwas Sicherheit verzichten: Statt der tariflichen 14,3 gibt es dann nur 13,3 Monatsgehälter jährlich als Fixum. Laut Reuter hat dieses vor mehreren Jahren eingeführte System die Motivation der Belegschaft verbessert. Ablesbar sei dies zum Beispiel am unterdurchschnittlichen Krankenstand.

Lars Ruzic 09.05.2015
Albrecht Scheuermann 06.05.2015
Heiko Randermann 05.05.2015