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Niedersachsen VSM baut Produktion in Hannover aus
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen VSM baut Produktion in Hannover aus
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21:46 16.02.2012
Von Lars Ruzic
Die Vereinigte Schmirgel stärkt die Fertigung in Hannover-Hainholz. Quelle: Surrey
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Hannover

Mit dem nach eigenen Angaben größten Neubau der 148-jährigen Firmengeschichte will das hannoversche Traditionshaus seine Kapazitäten zur Produktion von Keramikkorn vervielfachen. Das vor allem zur Bearbeitung von Stahl benötigte Schleifmittel werde bereits im Dreischichtbetrieb gefertigt, sagte ein Sprecher. Die Nachfrage drohe die aktuelle Kapazität zu überschreiten.

Die neue Fertigungshalle, die derzeit auf einer Fläche von 2500 Quadratmetern direkt neben dem Werksgelände im Stadtteil Hainholz entsteht, soll im Sommer ans Netz gehen. Das börsennotierte Unternehmen lässt sich die Erweiterung sieben Millionen Euro kosten. Es entstehe eine Fabrik in der Fabrik, hieß es bei VSM. Die Anlage werde so konzipiert, dass etappenweise Erweiterungen möglich seien. „Bei laufender Produktion ist das eine große Herausforderung für die Mitarbeiter“, sagte VSM-Personalchef Fritz Kelle. Dennoch sei die Stimmung in der Belegschaft gut. „Alle sind über die Expansion inmitten der weltweiten Krisenstimmung erleichtert“, so Kelle.

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VSM gilt als Weltmarktführer bei der Herstellung von Schleifmitteln für die industrielle Werkstoffbearbeitung. So hart die Hannoveraner die Wirtschaftskrise getroffen hatte, so schnell zogen die Geschäfte des Industrieausrüsters anschließend wieder an. Dass der Trend sich auch 2011 fortsetzte, zeigen erste Zahlen aus Hannover. Die VSM AG als Kern der Gruppe steigerte ihren Umsatz im vergangenen Jahr um mehr als 11 Prozent und erreichte erstmals die Umsatzmarke von 100 Millionen Euro. Die Werte für den Gesamtkonzern, die noch nicht publiziert sind und die zusätzlich das Auslandsgeschäft umfassen, dürften etwa ein Viertel darüberliegen.

In seinem letzten Zwischenbericht war der Vorstand noch davon ausgegangen, dass „trotz des deutlichen Umsatzanstiegs im Vergleich zum Vorjahr ein etwas geringerer Konzernjahresüberschuss erwirtschaftet werden wird“. Als Grund führte die VSM-Spitze gestiegene Rohstoff- und Personalkosten an. 2010 hatte der Konzern bei einem Gruppenumsatz von 113 Millionen Euro noch neun Millionen Euro verdient.

Als Teil der Chemiebranche musste VSM im vergangenen Jahr eine Lohnerhöhung von 4,1 Prozent schultern. Trotzdem erhalten die Beschäftigten zusätzlich einen Bonus, über dessen Höhe der Sprecher nichts sagen wollte. Zudem soll am Stammsitz in Hannover zusätzliches Personal aufgebaut werden. Erst im vergangenen Jahr waren in Hannover 15 Zeitarbeiter in eine Festanstellung übernommen worden. VSM beschäftigt derzeit weltweit 700 Mitarbeiter, rund 380 davon in Hannover. Der Konzern, dessen Aktien vorwiegend an der hannoverschen Börse gehandelt werden, gehört mehrheitlich der Meller Zündwarenfabrik Starcke.

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