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Niedersachsen VW-Pick-up sichert mehr Jobs in Hannover
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen VW-Pick-up sichert mehr Jobs in Hannover
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08:58 18.11.2010
Von Lars Ruzic
Weit mehr als 100 Millionen Euro sollen in Hannover investiert werden. Quelle: Michael Thomas
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Volkswagen Nutzfahrzeuge wird den Pick-up Amarok von 2012 an komplett in Hannover bauen. Bisherige Pläne, lediglich die Endmontage im Stammwerk der Marke anzusiedeln, seien vom Tisch, sagte Betriebsratschef Thomas Zwiebler. „Wir werden die gesamte Prozesskette vom Pressteil bis zur Montage abdecken.“ Damit würden „deutlich mehr“ als die bislang avisierten 500 Arbeitsplätze in Hannover durch den Pritschenwagen gesichert, so Zwiebler.

Der Aufsichtsrat von Volkswagen muss dem Projekt am Freitag zusammen mit der gesamten Investitionsplanung noch zustimmen, was jedoch als Formsache gilt. Früheren Angaben zufolge wird sich VW das Amarok-Projekt in Hannover allein weit mehr als 100 Millionen Euro kosten lassen. „Das ist ein Erfolg für den Standort und die ganze Mannschaft“, sagte der Betriebsratschef. VW beschäftigt in Hannover rund 12.000 Mitarbeiter. Der Amarok ist das zweite Modell neben dem Transporter und seinen unzähligen Varianten für das Werk. Um die Ansiedlung eines weiteren Komplettfahrzeugs wurde seit Jahren gerungen.

Die Heimat des Amarok ist das VW-Werk im argentinischen Pacheco. Von dort aus soll der Pritschenwagen vor allem die Wachstumsmärkte der Welt erobern. Jedoch rechnet der Konzern damit, dass die Kapazitätsgrenze von 100.000 Fahrzeugen in Argentinien schon 2012 erreicht sein wird, weil die Nachfrage bereits kräftig angezogen hat. So ist ein Großteil des 63-prozentigen Absatzzuwachses von VWN in Südamerika in den ersten zehn Monaten des Jahres auf den Pick-up zurückzuführen. Insgesamt hat VWN 2010 bislang fast 350 000 Autos verkauft, ein Plus von 17,4 Prozent.

Hannover soll künftig die Produktion der – meist höherwertigen – Fahrzeuge für Europa einschließlich Russland, aber auch für den australischen Kontinent übernehmen. Kalkuliert wird mit 40.000 Autos, die im Stöckener Werk jährlich vom Band rollen könnten. Ursprünglich sollten die Hannoveraner aus Argentinien gelieferte Einzelteile des Amarok zum Auto zusammensetzen. Doch diese so genannte CKD-Fertigung sei wegen der weiten Entfernung und hoher Frachtkosten am Ende unwirtschaftlicher, als das Modell komplett in Stöcken zu fertigen. „Da hätte man auch viel Luft transportiert“, sagte Zwiebler. In Hannover dagegen gebe es kurze Wege, eine motivierte Mannschaft und eine hohe Prozessqualität.