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Niedersachsen VW füllt die Kassen im Norden
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen VW füllt die Kassen im Norden
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22:07 16.10.2013
Von Stefan Winter
Die Geldquelle fest im Blick: Dank VW hat die Stadt Wolfsburg seit Jahren wieder volle Kassen. Quelle: dpa
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Hannover

Die Kommunen haben im vergangenen Jahr kräftig von den steigenden Unternehmensgewinnen profitiert, bundesweit wuchsen die Gewerbesteuereinnahmen 2012 auf die Rekordhöhe von 42,3 Milliarden Euro – knapp 5 Prozent mehr als im Jahr davor. Dabei verbuchte Niedersachsen das stärkste Wachstum unter allen Bundesländern. Ein großer Teil des zusätzlichen Geldsegens fällt allerdings auf eine Stadt: Wolfsburg.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes nahmen die niedersächsischen Städte und Gemeinden im vergangenen Jahr knapp 4 Milliarden Euro Gewerbesteuer ein, das waren 13,8 Prozent mehr als 2011. Für dieses Jahr wird wegen der schwächeren Konjunktur allerdings ein Rückgang erwartet. Am anderen Ende der Rangliste lagen 2012 Bremen und das Saarland mit Rückgängen um gut 17 Prozent und Hamburg mit minus 10 Prozent.

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Eine Erklärung für Zuwächse sind schlicht Steuererhöhungen. Bundesweit haben die Kommunen die Hebesätze für die Gewerbesteuer im Durchschnitt um einen Prozentpunkt angehoben. Der für Niedersachsen entscheidende Faktor ist jedoch die VW-Bilanz. Der Konzern verbuchte im vergangenen Jahr einen Gewinnsprung, die Volkswagen AG, die großenteils die niedersächsischen Standorte umfasst, verdoppelte das Ergebnis.

Entsprechend hat der wichtigste VW-Standort ein Luxusproblem: Wolfsburg nimmt seit Jahren mehr Gewerbesteuer ein, als im Haushalt geplant ist. Im vergangenen Jahr kamen 437 Millionen Euro in die Kasse, nach 254 Millionen Euro 2011. Das allein macht schon die Hälfte des landesweiten Zuwachses aus. VW gibt keine Auskunft zu den Zahlen, positiv könnte sich aber auch die Porsche-Übernahme vor einem Jahr ausgewirkt haben. Seitdem werden die ertragsstarken Stuttgarter auch steuerrechtlich als Teil des Konzerns betrachtet. Überdurchschnittliche Zuwächse verbuchten auch andere Städte mit VW-Werk wie Salzgitter (plus 24 Prozent), Emden (plus 84 Prozent) und Osnabrück (plus 45 Prozent). Die Region Hannover bewegte sich zumindest über dem Bundesdurchschnitt: Die Einnahmen aus Gewerbesteuern stiegen um gut 9 Prozent auf 824 Millionen Euro.

In Ballungsräumen mit gemischter Wirtschaftsstruktur sind die Einnahmen aus Gewerbesteuern relativ stabil, während sie in anderen Regionen extrem schwanken können. So brachen sie in Helmstedt 2012 um 60 Prozent ein, während sie in Hameln-Pyrmont in der gleichen Größenordnung stiegen.

In diesem Jahr stellen sich die Kämmerer allerdings wieder auf trübere Zahlen ein. So rechnet die Stadt Hannover 2013 mit etwas geringeren Einnahmen aus der Gewerbesteuer, und auch Wolfsburg muss wohl mit weniger Geld auskommen. Im Haushaltsansatz stehen bisher 258 Millionen Euro, aktuell werden aber nur noch 225 Millionen Euro erwartet. VW hatte bereits zu Jahresbeginn angekündigt, dass der Gewinn des Vorjahres nicht zu wiederholen sei.

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