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Niedersachsen VW lässt sich nicht stoppen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen VW lässt sich nicht stoppen
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19:32 12.03.2012
Von Stefan Winter
Foto: „Sie erleben uns in selbstbewusster Stimmung“: VW-Konzernchef Martin Winterkorn kündigt schon einmal neue Rekorde für 2012 und 2013 an.
„Sie erleben uns in selbstbewusster Stimmung“: VW-Konzernchef Martin Winterkorn kündigt schon einmal neue Rekorde für 2012 und 2013 an. Quelle: Bimmer
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Wolfsburg

Der Fahrzeugabsatz werde in diesem Jahr ebenso steigen wie der Umsatz, der operative Gewinn soll mindestens konstant bleiben. Entgegen seinen Gewohnheiten gab VW am Montag bei der Bilanzvorlage auch schon Ausblicke auf 2013 – weiteres Wachstum wird erwartet und dann auch wieder eine Verbesserung beim operativen Gewinn. "Sie erleben uns in guter, optimistischer und vor allem selbstbewusster Stimmung", sagte Winterkorn.

Dass in diesem Jahr kein weiterer Gewinnsprung erwartet wird, liegt neben der Konjunkturabschwächung vor allem an der Einführung eines neuen Modulsystems, das den gesamten Konzern verändert und zunächst riesige Investitionen erfordert. Im laufenden Investitionsplan bis 2016 gehe es um einen "deutlich zweistelligen Milliardenbetrag", sagte Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch. Der "Modulare Querbaukasten" vereinheitlicht Bauteile und flexibilisiert die Produktion. Ein deutlicher Effekt dürfte bereits im Winter zu spüren sein, wenn der neue Golf in den Handel kommt.

Auch für die kommenden Monate sei er "trotz aller konjunkturellen Unwägbarkeiten verhalten optimistisch", sagte Winterkorn. Zwar schrumpfe die Nachfrage in Westeuropa, aber insgesamt werde der Weltmarkt wachsen, und VW wolle dabei weiterhin Marktanteile gewinnen. Im vergangenen Jahr kamen 12,3 Prozent aller weltweit verkauften Pkw von dem Wolfsburger Konzern. Im Jahr davor waren es noch 11,3 Prozent.

Das vergangene Jahr war bei VW voller Superlative. Der Absatz stieg um 15 Prozent auf den Rekord von 8,4 Millionen Autos, der Umsatz um 26 Prozent auf 159 Milliarden Euro. Die Zahl der Mitarbeiter übersprang erstmals die Halbmillionen-Marke. Der operative Gewinn sprang um gut die Hälfte auf 11,3 Milliarden Euro, der Gewinn nach Steuern verdoppelte sich gar auf 15,8 Milliarden Euro. Hier wirkten sich allerdings Bewertungsänderungen durch die Absage der Porsche-Fusion aus.

Zum Thema Porsche äußerten sich Winterkorn und sein Finanzvorstand Hans-Dieter Pötsch am Montag sparsam. "So viel kann ich Ihnen heute fest zusagen", sagte Winterkorn: "Der integrierte Konzern von Volkswagen und Porsche wird kommen." Am Weg dahin wird allerdings immer noch gearbeitet. Der Konzern möchte möglichst bald das jetzige Provisorium beenden, in dem der Sportwagenbauer Porsche AG nur zu 49,9 Prozent VW gehört - und damit formal ein eigenständiges Unternehmen ist. So muss jede Zusammenarbeit durch besondere Gremien genehmigt werden. Bei einem Zusammenschluss könnten 700 Millionen Euro Synergien erreicht werden, hieß es bisher. Diese Zahl habe sich "nicht unerheblich erhöht", sagte Pötsch, der für die erste Jahreshälfte eine neue Schätzung ankündigte. Das Projekt sei "hoch synergetisch" - entsprechend eilig hat man es mit der Umsetzung.

Stefan Winter 15.03.2012
Stefan Winter 11.03.2012