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Niedersachsen VW macht 7,2 Milliarden Euro Gewinn
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen VW macht 7,2 Milliarden Euro Gewinn
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14:44 26.02.2011
Von Stefan Winter
Quelle: dpa
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Es sei „das beste Jahr der Unternehmensgeschichte“ gewesen, sagte Vorstandschef Martin Winterkorn nach einer Aufsichtsratssitzung gestern in Wolfsburg.

Der Gewinn ist nicht nur gut sieben Mal so hoch wie im Krisenjahr 2009, er liegt auch um gut die Hälfte über dem des Jahres 2008. Das schlägt sich auch, allerdings abgeschwächt, bei der Dividende nieder: Je Stammaktie will der Konzern 2,20 Euro zahlen und für Vorzugsaktien, die kein Stimmrecht haben, je 2,26 Euro. Das ist deutlich mehr als im vergangenen Jahr, als aus einem drastisch geschmolzenen Gewinn 1,60 und 1,66 Euro gezahlt wurden. Auch 2008 lag die Dividende niedriger.

Zu den Profiteuren gehört das Land Niedersachsen. Als Eigentümer von 20 Prozent der Stammaktien bekommt es aus der Konzernkasse rund 130 Millionen Euro ausgezahlt. Das vergangene Jahr habe gezeigt, dass VW konsequent seinen Weg an die Spitze des Automarktes gehe, sagte Ministerpräsident David McAllister. Das Land werde den Konzern „als verlässlicher Partner und wichtiger Ankeraktionär weiter begleiten“.

Die Grundlage für das Rekordergebnis bildet der Verkauf von 7,3 Millionen Autos, ein Zuwachs von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz kletterte sogar um 21 Prozent auf 126,9 Milliarden Euro. Der Konzern hat das gute Geschäft – und eine Kapitalerhöhung – genutzt, um ein üppiges Geldpolster anzulegen. Zum Jahresende waren 18,6 Milliarden Euro in der Kasse, 8 Milliarden mehr als ein Jahr zuvor.

Für das laufende Jahr peilt VW schon jetzt den nächsten Rekord an. „Die Aussichten sind positiv – bei allen konjunkturellen Unwägbarkeiten“, sagte Winterkorn. Es werde eine weitere Absatzsteigerung erwartet, und auch der Umsatz und das operative Ergebnis – im vergangenen Jahr 7,1 Milliarden Euro – würden weiter wachsen. Vor einigen Tagen hatte Vertriebsvorstand Christian Klingler bereits gesagt, dass die für 2018 angepeilte Marke von 10 Millionen verkauften Autos wohl früher erreicht werde.

VW fahre der Konkurrenz im Moment „mit einer sagenhaften Stärke davon“, sagte Nord/LB-Autoexperte Frank Schwope. Er verwies allerdings auf die schwierigen Integrationsaufgaben, die das starke Wachstum mit sich bringe. So läuft nach wie vor der Fusionsprozess mit Porsche, die Lkw-Hersteller MAN und Scania sollen zusammengeführt werden, und auch die Zusammenarbeit mit Suzuki will man intensivieren. Schwope erinnert daran, dass General Motors nicht zuletzt an der Vielzahl seiner Marken gescheitert sei.