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Niedersachsen VW verbucht riesigen Gewinn
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen VW verbucht riesigen Gewinn
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07:52 24.02.2012
Von Stefan Winter
Volkswagen hat im Jahr 2011 einen Rekordgewinn eingefahren.
Volkswagen hat im Jahr 2011 einen Rekordgewinn eingefahren. Quelle: dpa
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Hannover

Nach HAZ-Informationen liegt das operative Ergebnis mit rund 11 Milliarden Euro um gut die Hälfte höher als im Vorjahr. Auch die Dividende wird steigen – erwartet werden in Konzernkreisen rund 3 Euro. Im vergangenen Jahr gab es 2,20 Euro für die Stamm- und 2,26 Euro für die Vorzugsaktionäre.

Trotz des deutlichen Anstiegs dürfte der Beifall der Aktionäre verhalten ausfallen, denn VW gibt ihnen nur einen bescheidenen Teil des Gewinns weiter. Im vergangenen Jahr wurde der Konzern für eine Ausschüttungsquote von 15 Prozent kritisiert, in diesem Jahr wird sie wohl noch niedriger liegen, denn der Gewinn steigt drastisch: Mit 16 Milliarden Euro haben sich die 7,2 Milliarden des Vorjahrs mehr als verdoppelt. Neben guten Geschäften schlägt dabei allerdings auch ein Einmaleffekt durch, der bereits im dritten Quartal zu besichtigen war: Weil die Fusion mit Porsche abgesagt wurde, mussten Aktienoptionen anders bewertet werden – ein Buchgewinn, der sich in der Kasse nicht auswirkt.

Aber nicht nur deshalb sei es ein „extrem gutes Jahr“ gewesen, sagt Frank Schwope von der Nord/LB. Das Geschäft laufe glänzend, und auch die Perspektiven für dieses Jahr sieht er positiv. Das operative Ergebnis könne weiter steigen, auch wenn der Gewinn nach Steuern wahrscheinlich schrumpfe, weil sich 2012 der Porsche-Effekt so nicht wiederhole.

Langer Weg zur Porsche-Übernahme

Wie es mit Porsche weitergeht, wird der Aufsichtsrat aber auch am Montag nicht klären können. Ein Konzept für die vollständige Übernahme der Porsche AG liegt nach HAZ-Informationen zur Prüfung bei den Finanzbehörden, um mögliche Steuerlasten vorher zu klären. Der Weg, den man nach dem Ende des Übernahmekampfs vereinbart hatte, ist nämlich langwierig. VW, bisher mit 49,9 Prozent an der Porsche AG beteiligt, könnte erst im Sommer 2014 den Rest übernehmen, ohne dass hohe Steuerzahlungen fällig würden.

Doch das dauert der Konzernspitze zu lange, denn beim aktuellen Verhältnis gestaltet sich die Kooperation mühsam. Jede größere Zusammenarbeit muss durch einen besonderen Ausschuss des Aufsichtsrats genehmigt werden, so sei nur ein Teil der geplanten Synergien zu erreichen, hieß es im Konzern. Seit Monaten brüten deshalb Experten über einem schnelleren Weg, der keine Steuerzahlungen auslöst. Doch solange es keine Stellungnahme der Finanzbehörden zu dem komplizierten Konstrukt gibt, will der Aufsichtsrat nicht entscheiden.

Osterloh fordert höhere Prämie: Der VW-Betriebsrat fordert eine höhere Erfolgsbeteiligung für die Belegschaft. „Wir wollen mit der Tarifrunde eine nachhaltige Lohnsteigerung sicherstellen, und gleichzeitig fordern wir, dass der Vorstand auf die tarifvertraglich vereinbarte Erfolgsbeteiligung in diesem Jahr noch einen anständigen Betrag oben drauf packt“, sagte der Vorsitzende Bernd Osterloh der „Bild“-Zeitung. In den anstehenden Verhandlungen fordert die IG Metall bei VW wie im Flächentarif 6,5 Prozent mehr Geld. Außerdem schüttet VW regelmäßig 10 Prozent des Jahresgewinns an die Mitarbeiter aus.Nach Osterlohs Vorstellung soll es aber mehr sein. „Die Krise hat VW glücklicherweise nie erreicht, deshalb ist unsere Forderung gerechtfertigt“, sagte er. Der Betriebsratschef rechnet mit einer Einigung bis zur Betriebsversammlung am 8. März in Wolfsburg.

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