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Niedersachsen VW verkauft im Oktober deutlich weniger Autos
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen VW verkauft im Oktober deutlich weniger Autos
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17:21 13.11.2015
Die Absatzzahlen von Volkswagen sind im Oktober um 5,3 Prozent zurückgegangen. Quelle: dpa
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Wolfsburg

Die Zahl ging weltweit von 517.000 verkauften Autos im Oktober 2014 auf 490.000 verkaufte Wagen im Oktober 2015 zurück. Die Marke erlebe "aktuell herausfordernde Zeiten", formulierte das für Vertrieb und Marketing zuständige Vorstandsmitglied Jürgen Stackmann.

Das Interview dazu: "Keine Bedrohung für die Stammbelegschaft"

In den ersten neun Monaten des Jahres gingen die Verkäufe von 5,08 Millionen Autos um 4,7 Prozent zurück auf 4,8 Millionen Fahrzeuge, wie Volkswagen weiter mitteilte. Grund sei die Entwicklung der Märkte Brasilien und Russland, erklärte Stackmann. Im größten Automarkt China legte Europas größter Hersteller hingegen zu und lieferte 1,8 Prozent Autos mehr aus. Auch in Deutschland gab es mit 1,9 Prozent ein Plus. In Europa stand ein Rückgang von 1,1 Prozent zu Buche, in Russland und Südamerika sank der Absatz dagegen kräftig.

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In Westeuropa allerdings wirkten sich die in einigen Ländern vorübergehend verhängten Verkaufsstopps für "von der Dieselthematik betroffenen Fahrzeuge" aus. In dieser Region habe die Marke VW im Oktober 1,3 Prozent weniger Fahrzeug ausgeliefert als im Oktober vergangenen Jahres. Leicht zulegen konnte VW den Angaben zufolge aber in Deutschland, Spanien und in Italien. "Teils deutliche Zuwächse" habe VW auch in Zentral- und Osteuropa verzeichnet, etwa in Tschechien und in Polen.

VW hatte im September zugeben müssen, dass in etwa elf Millionen Dieselfahrzeugen eine Software eingesetzt wurde, die den Ausstoß von Stickoxiden im Testbetrieb als zu niedrig auswies. Vergangene Woche gestand das Wolfsburger Unternehmen zudem ein, dass bei vermutlich rund 800.000 seiner Autos der tatsächliche Ausstoß des klimaschädlichen Gases CO2 höher ist als angegeben.

Zwischen Bestellung und Auslieferung vergehen Monate

Stackmann erklärte, das gesamte Unternehmen arbeite daran, das Vertrauen der Kunden "in unsere Marke und unsere Produkte" wieder herzustellen. "Wir werden uns um jeden einzelnen betroffenen Kunden kümmern." Die nötigen Umrüstungen der Fahrzeuge stellten Volkswagen vor "eine enorme Herausforderung". Die erforderlichen Maßnahmen und der Zeitplan seien weiterhin "Gegenstand der Gespräche mit den Behörden", die Kunden müssten also noch "etwas Geduld" aufbringen.

Weil zwischen Bestellung und Auslieferung vieler Autos in Deutschland meist mehrere Wochen oder sogar Monate liegen, könnte sich die Abgas-Affäre erst später stärker in den Zahlen niederschlagen.

Branchenkenner Ferdinand Dudenhöffer vertritt die Ansicht, die Reaktionen auf das Diesel-Debakel würden allmählich erkennbar. "Die Marktreaktionen kommen jetzt", sagte er. In den USA müsse man das leichte Verkaufsplus von 0,2 Prozent auch vor dem Hintergrund hoher Rabatte etwa für Modelle wie den Passat sehen. "Der wird in den USA ja fast schon verschenkt", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Er kritisierte zudem in Deutschland hohe Rabatte für Firmenkunden - etwa bei den Modellen Up, Polo und Golf. Privatkunden bekämen die Modelle übers Internet mit Nachlässen von bis zu knapp 30 Prozent.

afp/dpa

Albrecht Scheuermann 12.11.2015
Carola Böse-Fischer 11.11.2015