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Niedersachsen VW spart Hannover aus
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen VW spart Hannover aus
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10:20 28.09.2013
Von Lars Ruzic
VW will in Hannover sparen. Quelle: dpa
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Hannover

Nach HAZ-Informationen will der Vorstand eine alte Lackieranlage, die ausgemustert werden muss, nicht ersetzen. Das würde die Kapazitäten des Werks auf einen Schlag um gut 20 Prozent auf weniger als 900 Fahrzeuge am Tag verringern.

Gleichzeitig zeichnet sich immer deutlicher ab, dass die VW-Tochter Porsche nach 2016 keine Panamera-Karossen mehr in Hannover fertigen lassen wird. Die nächste Generation der Limousine dürfte künftig komplett in Leipzig produziert werden, wo sie schon heute endmontiert wird. Allein an diesem Auftrag hängen rund 800 Jobs in Hannover.

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Der vom Betriebsrat geforderte Ersatz steht indes auf der Kippe. Dass die nächste Generation des Großtransporters Crafter in Hannover gebaut werde, sei derzeit unsicherer denn je, heißt es aus dem Konzern. Dem Vernehmen nach plant der Vorstand für das Modell eine neue Fabrik außerhalb Deutschlands.

Bislang läuft der Crafter gemeinsam mit seinem Konkurrenten Sprinter bei Daimler vom Band. Beide Seiten haben inzwischen aber erklärt, dass der bis 2016 gültige Produktionsauftrag nicht verlängert wird. VWN will den Crafter künftig weltweit anbieten können, um die für eine profitable Produktion nötige Stückzahl allein zu erreichen. Bislang hatte VWN-Chef Eckhard Scholz erklärt, man wolle in dem Zusammenhang auch „eine Standortperspektive für Hannover sicherstellen“.

Derzeit laufen im Konzern die Verhandlungen über die Investitionen der kommenden fünf Jahre. Die sogenannte Planungsrunde wird traditionell Ende November vom Aufsichtsrat abgesegnet. Am Standort Hannover hat in den vergangenen Monaten niemand miteinander verhandeln können, weil der Betriebsrat nach einem Arbeitsgerichtsurteil erst neu gewählt werden musste. Seit vergangenem Mittwoch ist Betriebsratschef Thomas Zwiebler wieder im Amt. Er werde nun die Gespräche mit dem Vorstand in Angriff nehmen, sagte er am Freitag. „Wir haben dabei eine klare Forderung: Die volle Kapazität in Hannover muss erhalten bleiben.“ Der Vorstand sei nun gefragt, die Weichen für sichere Jobs zu stellen.

Sorge bereitet dem Betriebsratschef vor allem die Zukunft der 900 Leiharbeiter am Standort. Mehr als 700 von ihnen werden in der zweiten Hälfte 2014 drei Jahre im Haus sein. Dann muss ihnen der Konzern ein Übernahmeangebot machen oder sie vor die Tür setzen. Für den Rest steht die Frage 2015 an. Die Jobs der Stammbelegschaft sieht Zwiebler nicht in Gefahr. Auf dem Gelände in Hannover-Stöcken arbeiten insgesamt fast 14 500 Menschen. Neben dem Transporter in seinen unzähligen Varianten läuft hier auch der Pick-up Amarok vom Band. Zudem fungiert der Standort als interner Zulieferer für den Gesamtkonzern, etwa bei Gießereiteilen und Wärmetauschern.

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