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Niedersachsen VW will selbstständige Autohäuser in Hannover übernehmen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen VW will selbstständige Autohäuser in Hannover übernehmen
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21:24 25.05.2011
Von Lars Ruzic
Die VW-Autohäuser machen sich zunehmend gegenseitig Konkurrenz. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Der Volkswagen-Konzern steht offenbar vor einer kompletten Neujustierung des Händlernetzes in der Region Hannover. Nach Informationen der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung ist der Autobauer an mehrere Unternehmer herangetreten, um ihnen die Übernahme oder eine Vertragsauflösung nahezulegen. Am weitesten gediehen sind dabei dem Vernehmen nach die Gespräche mit dem „Autoring“ der Brüder Stietenroth, zu dem neben der Filiale in Burgwedel auch Häuser in Lehrte (Petzold), Langenhagen (Marquardt) und Uetze gehören.

Die Übernahme der Gruppe durch die hannoversche VW-Handelstochter AVG könnte noch in diesem Sommer über die Bühne gehen, heißt es aus Konzernkreisen. Eine VW-Sprecherin wollte dies nicht kommentieren. Ralf Stietenroth sagte, man spreche seit Jahren über eine Neuordnung, bislang liege ihm aber noch kein konkretes Angebot vor. Man werde sich als Mittelständler aber nicht mit einem Weltkonzern anlegen können.

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Händlerkreisen zufolge will Volkswagen das Händlernetz in Hannover bereinigen – wie auch in vielen anderen Metropolen. Es gebe inzwischen einen zu starken Wettbewerb zwischen selbstständigen Händlern und Häusern der Konzernmarken, der auf die Preise drücke, heißt es aus der Branche. So hätten etwa die Aktivitäten des Audi Zentrums Hannover – eine konzerneigene Niederlassung der VW-Tochter – „das Preisniveau des Mikromarkts Hannover nachhaltig gestört“, wetterte Stietenroth in dem bislang letzten veröffentlichten Konzernabschluss der Burgwedeler Gruppe von 2008.

Nun will Volkswagen in Hannover dem Vernehmen nach die Autohäuser im Wesentlichen selbst betreiben und noch einen großen eigenständigen Händler zulassen. Bislang führt die konzerneigene Automobil Vertriebsgesellschaft Hannover (AVG) mit mehr als 200 Mitarbeitern drei Filialen – Bischoff & Hamel an der Hildesheimer Straße, das Autohaus Nordstadt an der Vahrenwalder Straße und das Autohaus Podbi. Die Stietenroth-Häuser dürften der AVG-Familie noch hinzugefügt werden, hieß es.

Die größten Chancen auf einen Verbleib in der Selbstständigkeit hat dem Vernehmen nach das Autohaus Kahle, ein großer Händler direkt an der Bundesstraße 6 und unweit des Werks von VW Nutzfahrzeuge. „Für den Konzern zählt inzwischen vor allem die Lage der Häuser“, heißt es aus Händlerkreisen. Wer in Hannover fernab der Hauptstrecken sein Geschäft betreibe, könnte aus dem Fokus geraten. Der Konzern ist derzeit bundesweit dabei, die Zahl der Standorte zu reduzieren. Viele Händler wurden bereits angesprochen, die Verträge aufzulösen. Dabei lockt Volkswagen angeblich mit satten Prämien.

Stietenroth hatte zuletzt selbst seinen Teil zur Konsolidierung des hannoverschen Marktes beigetragen und traditionsreiche Häuser wie Petermax Müller in Laatzen oder Haacke in Burgdorf geschlossen. Die Gruppe verfügte einst über acht Autohäuser, heute sind es nur noch halb so viele. Stille Reserven bewahrten den Autoring in den vergangenen Jahren vor einer Überschuldung. Inzwischen erwirtschafte man wieder Gewinne, so Stietenroth. Auch die VW-eigene AVG war zuletzt nicht auf Rosen gebettet. Selbst im durch die Abwrackprämie bedingten Boomjahr 2009 schrieb sie operativ rote Zahlen.

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