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Niedersachsen VW zeigt in Hannover "sauberstes Auto der Welt"
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen VW zeigt in Hannover "sauberstes Auto der Welt"
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20:44 20.04.2009
Von Lars Ruzic
Laut VW das sauberste Auto der Welt: der Polo BlueMotion.
Laut VW das sauberste Auto der Welt: der Polo BlueMotion. Quelle: David Hecker/ddp
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Er selbst, räumte Felix Magath offen ein, fahre ja lieber große und sichere Autos. Die neue Studie des VW Polo, die der Trainer des VfL Wolfsburg am Montag zusammen mit seinem Kollegen von Hannover 96, Dieter Hecking, und Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff präsentierte, war deshalb für den Fußballer eher weniger interessant. Aber seiner Tochter – begeisterte Fahrerin eines Dreiliter-Lupo – „können wir gleich mal einen bestellen“.

Mit der Premiere am Montag, die bereits im kommenden Jahr in die Verkaufsräume rollen soll, zielt VW zwar auch auf die Ökoklientel, die einst den überteuerten Lupo kaufte. Doch inzwischen ist umweltbewusstes und vor allem kostensparendes Autofahren längst für breitere Kundenschichten interessant geworden. Diese will VW mit „dem saubersten und sparsamsten Kleinwagen der Welt“ für sich gewinnen, wie der oberste Konzernforscher Jürgen Leohold den Polo BlueMotion umschrieb.

Tatsächlich kommt der Wagen mit seinem 1,2-Liter-Turbodiesel auf den rekordverdächtig niedrigen Kohlendioxid-Ausstoß von 87 Gramm pro Kilometer. Der Verbrauch liegt im Schnitt bei 3,3 Litern auf 100 Kilometer. „Das wird unser neuer Weltmeister aus Wolfsburg“, jubelte Regierungschef und VW-Aufsichtsratsmitglied Wulff. Auch wenn beim neuen Vorzeige-Öko aus Wolfsburg an vielen Stellschrauben gedreht wurde, arbeitet in ihm ein konventioneller Dieselmotor.

An anderen Ständen auf der Messe haben sie diese Zeiten längst hinter sich gelassen. Nicht nur die Brennstoffzelle, auch das Auto als Energiespeicher in einem auf regenerativen Energien basierenden Stromnetz wird ein paar Hallen weiter für möglich gehalten. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee machte auf dem Gemeinschaftsstand Wasserstoff und Brennstoffzelle deutlich, bei der Forschung nach den Antrieben der Zukunft dürfe es „kein Entweder-oder“ geben. Deutschland müsse bei allen Varianten an der Spitze der Entwicklung fahren.

Die Hannover Messe hat am Montag ihre Pforten für Besucher geöffnet. Trotz der Krise nutzen 6150 Aussteller aus mehr als 60 Ländern die fünftägige größte Industriemesse der Welt und zeigen innovative Lösungen und Produkte.

Noch weiter reichen die Überlegungen der Fraunhofer-Gesellschaft. Elektroautos könnten zur Lösung der Klima- und Ressourcenprobleme nur dann beitragen, wenn sie ihren Strom aus Sonnen-, Wind-, Wasser- oder Biomassenenergie bezögen, sagte Fraunhofer-Präsident Hans-Jörg Bullinger. Da dieses Energieangebot jedoch wetterbedingt stärker schwanken werde, brauche man die Autos auch als Energiespeicher. Schließlich stünden selbst zu Stoßzeiten 95 Prozent aller Wagen auf Parkplätzen. Diese Zeit könne genutzt werden, um Energie entweder aufzunehmen oder abzugeben.