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Niedersachsen Sorge um die Auslastung bei VWN
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21:59 16.08.2013
Von Lars Ruzic
„Ab 2016 werden wir Schwierigkeiten bekommen“: Die Produktion des Amarok – hier im Bild – hat VW jüngst nach Hannover geholt. Doch das reicht offenbar nicht. Quelle: Thomas
Hannover

Dem hannoverschen VW-Werk drohen mittelfristig Kapazitätsprobleme. „Wenn der Standort keine neuen Produkte erhält, werden wir ab 2016 Schwierigkeiten bekommen“, sagte der IG-Metall-Spitzenkandidat für die bevorstehenden Betriebsratswahlen in Hannover, Thomas Zwiebler. Die Produktivitätssprünge in den nächsten Jahren würden dazu führen, „dass wir die Mannschaft nicht mehr voll umfänglich beschäftigen können“. Zwiebler forderte deshalb erneut, die nächste Generation des Großtransporters Crafter in Hannover zu bauen. Das Modell läuft derzeit noch beim Partner Daimler zusammen mit dem direkten Konkurrenten Sprinter vom Band. Die VW-Spitze hatte allerdings schon vor Monaten angekündigt, diese bis 2016 laufende Kooperation auslaufen lassen zu wollen. Die endgültige Entscheidung stehe jedoch noch aus, berichtete Zwiebler. Sie müsse jetzt aber „unmittelbar irgendwie“ fallen.

Der frühere Betriebsratschef von Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) hatte Mitte Juni sein Amt verloren. Grund war ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts, das die Betriebsratswahlen aus dem Jahr 2010 aus formellen Gründen für unwirksam erklärt hatte. Die Erfurter Richter setzten damit einen Schlussstrich unter einen monatelangen Rechtsstreit mit Oppositionellen innerhalb des VWN-Betriebsrats. Die Gruppe um den VW-Werker Ibrahim Badan hatte damals ein Vergleichsangebot des Richters abgelehnt, das einen Rücktritt der 39 Betriebsräte vorsah. In diesem Fall wären die Arbeitnehmervertreter wenigstens kommissarisch bis zu einer Neuwahl im Amt geblieben. So aber standen die 14 300 Menschen im VWN-Werk plötzlich ohne Vertretung da. Die Neuwahlen sind nun für den 17. und 18. September angesetzt – drei Monate nach der Erfurter Entscheidung. Für die IG Metall, die bei VW traditionell gut 90 Prozent der Stimmen bekommt, tritt dann in nahezu identischer Besetzung die Mannschaft um Zwiebler an.

Dass die Arbeitnehmervertreter aus Hannover in den vergangenen Wochen in vielen Gremien des Konzerns nicht mitreden konnten, „treibt mich schon um“, räumte Zwiebler ein, der aktuell in der Öffentlichkeitsarbeit von VWN beschäftigt ist. Der Peiner weiß zu genau, dass gerade jetzt die Vorentscheidungen für die sogenannte Planungsrunde fallen. Jedes Jahr im Herbst legt der Konzern die Investitionen für die kommenden Projekte und Modelle fest. Zwiebler sitzt zwar auch im Aufsichtsrat des Autobauers. Aber bis sich dieses Gremium mit dem Thema beschäftige, sei die ganze Vorarbeit schon geschehen, machte er deutlich.

Im laufenden Jahr hat VWN den Absatz bislang halten können. Die Verkäufe stagnierten bis Juli bei gut 317 000 Modellen. Dabei konnte die Marke mit Transporter, Caddy, Crafter und Amarok den 7-prozentigen Rückgang in Europa durch entsprechende Zuwächse in Südamerika nahezu ausgleichen.

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