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Niedersachsen Verhandlungen über BHW-Umbau geht weiter
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15:59 21.09.2011
Der Umbau der BHW in Hameln geht weiter. Quelle: dpa
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Frankfurt/Hameln

Die Deutsche Bank plant den Umbau der übernommenen Bausparkasse BHW in Hameln. Man stehe in Verhandlungen mit dem Betriebsrat und weiteren Arbeitnehmervertretern, erklärte ein Sprecher des Kreditinstituts am Mittwoch in Frankfurt.

Zu Informationen des „Handelsblatts“, dass der BHW-Hauptstandort in Niedersachsen in eine sogenannte Kreditfabrik umgewandelt werden solle, wollte sich das Unternehmen mit Blick auf die laufenden Beratungen nicht äußern.

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Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi warnte die Deutsche Bank davor, frühere Zusagen zu gleichbleibenden Arbeitsbedingungen nach der Umstrukturierung zu brechen. Dem Bericht zufolge soll der ehemalige Bausparanbieter der wichtigste von drei Standorten werden, an denen die Deutsche Bank künftig über Auszahlung oder Stopps von Kundenkrediten entscheidet. Neben Hameln seien Berlin und Essen im Gespräch.

Die BHW war 2006 von der Postbank übernommen worden, die inzwischen zur Deutschen Bank gehört. Diese hat mit der Deutschen Bauspar AG wiederum einen eigenen Baufinanzierer.

Laut „Handelsblatt“ hat sich die BHW-Belegschaft seit der Übernahme durch die Postbank fast halbiert auf noch 1650 Mitarbeiter. Zwei Drittel von ihnen sollten fortan in der Kreditfabrik arbeiten, ein Drittel im Bauspargeschäft. Die Entgelte in der neuen Einheit sollten angeblich unter den im Konzern üblichen Konditionen liegen.

„Die Deutsche Bank hat in einer Rahmenvereinbarung versprochen, dass die alten Bedingungen erhalten bleiben sollen“, sagte der Verdi-Fachbereichsleiter für Finanzdienstleistungen in Niedersachsen, Christoph Meister. Die Gewerkschaft werde genau beobachten, ob das Institut diese Zusage einhält.

„Falls es dazu keine Einigung gibt, kann sich das schon zu einem größeren Konflikt entwickeln“, meinte Meister. Die Bank habe durchblicken lassen, bis zu 30 Prozent der Arbeitskosten einsparen zu wollen. Noch in diesem Herbst erhoffe sich Verdi einen Abschluss der Verhandlungen.

Zuletzt hatte die BHW ein wachsendes Neugeschäft präsentieren können. Im ersten Halbjahr 2011 seien 190 000 Bausparverträge neu beantragt worden, nach 174 000 im Vergleichszeitraum. Die beantragte Bausparsumme stieg um 18,2 Prozent auf rund 6,7 Milliarden Euro. Der Konzerngewinn unterm Strich lag mit 21,5 Millionen Euro dennoch deutlich unter dem Vorjahreswert von 50,4 Millionen.

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