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Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen

Verkauf von Real-Märkten: Edeka meldet Interesse an

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20:37 29.10.2019
Schriftzug und Logo Real über dem Eingang einer Filiale: Die Kette wird zerschlagen. Quelle: imago images/Ralph Peters
Bonn/Hannover

Edeka ist offenbar am Erwerb von Standorten des SB-Warenhausbetreibers Real interessiert. Wie aus der aktuellen Liste der laufenden Fusionskontrollverfahren beim Bundeskartellamt hervorgeht, hat der Lebensmittelhändler eine entsprechende Absicht bekundet. Dem Vernehmen nach soll es um eine hohe zweistellige Zahl von Standorten gehen.

Interesse an Märkten in der Region Hannover?

Man werde das Anliegen prüfen, teilte die Behörde am Dienstag in Bonn mit. Die Zentrale der Edeka Region Minden-Hannover wollte sich nicht dazu äußern, ob es auch Interesse an Real-Märkten in der Region Hannover gibt, etwa in Isernhagen-Altwarmbüchen, Hemmingen oder in Hannover-Linden.

Der Real-Markt an der Davenstedter Straße in Linden: Die Tankstelle gibt es schon nicht mehr. Was wird aus dem Markt? Quelle: Nancy Heusel (Archiv)

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Bereits seit 1967 existiert der Real-Markt an der Opelstraße in Isernhagen-Altwarmbüchen, der mittlerweile ins A2-Center integriert wurde. Dort ist man für Veränderungen gewappnet, auch wenn noch unklar ist, welcher der bundesweiten Lebensmittelhändler letztlich zum Zug kommen wird. „Niemand weiß etwas, alle stochern im Nebel. Wir sind aber vorbereitet auf jede Eventualität“, sagte Centermanager Christian Krause von der Betreibergesellschaft Prelios am Dienstagnachmittag.

„Wir haben da vorgefühlt“

Sowohl Prelios als auch der Eigentümer, ein großer Immobilienfonds, stünden mit den potenziellen Käufern im Gespräch. „Wir haben da vorgefühlt“. Schließlich habe man ein großes Interesse, das A2-Center nicht nur am Laufen zu halten, sondern es auch neu zu positionieren. Sorge, dass der große Lebensmittelmarkt im A2-Center zu den Standorten gehören könnte, denen die Schließung droht, hat Krause nicht. „Hier kann man eigentlich nichts falsch machen.“ Dafür sorgten die Nähe zu den Autobahnen 2 und 7, das große Einzugsgebiet und die Kundenströme durch die Lage im Fachmarktzentrum mit den Möbelhäusern Höffner und Porta. „Und dieser Real-Markt war immerhin lange der umsatzstärkste in Deutschland“, so der Centermanager.

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Die defizitäre Verbrauchermarktkette Real bleibt seit Jahren hinter den Erwartungen zurück. Der Immobilienentwickler Redos will insgesamt 277 Real-Märkte vom Handelskonzern Metro übernehmen – er möchte den Großteil an Wettbewerber verkaufen und nur 50 bis 60 Standorte übergangsweise gemeinsam mit Metro betreiben. Nach Angaben der „Lebensmittel Zeitung“ sichten Metro und Redos derzeit vorliegende Angebote und schnüren Filialpakete.

Gespräche „weit fortgeschritten“

In einem der Zeitung vorliegenden Brief an die Real-Mitarbeiter bezeichnet Metro-Chef Olaf Koch die Gespräche mit Edeka als „weit fortgeschritten, wenn auch noch nicht final abgeschlossen“. Trotz der nun erfolgten Anmeldung beim Bundeskartellamt stehe noch nicht exakt fest, welche Standorte Edeka übernehmen werde.

In der Branche wird erwartet, dass bald weitere Interessenten Übernahmepläne anmelden. Als Kandidaten gelten unter anderem Kaufland, Rewe und Globus. „Erst wenn das Bundeskartellamt diese Prüfungen beendet hat, können wir verbindlich klären, welche Märkte an welche Händler abgegeben werden und welche bei Real bleiben“, heißt es im Schreiben Kochs an die Mitarbeiter. Die Metro hatte den Verkaufsprozess vor gut einem Jahr gestartet und auf eine rasche Abwicklung gehofft.

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