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Volkswagen ID.3: Volkswagen beginnt Vorverkauf seines ersten echten E-Autos

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00:28 11.05.2019
VW zeigte den ID.3 in Berlin nur hinter Glas – das fertige Design sieht man erst im September auf der IAA in Frankfurt. Quelle: dpa
Hannover

Für Volkswagen wird es ernst: Der Autobauer nimmt ab sofort Vorbestellungen für sein erstes konsequent auf Elektroantrieb ausgelegtes Modell entgegen. Außerdem verriet er am Mittwoch weitere technische Merkmale des „ID.3“ getauften Fahrzeugs. „Für Volkswagen beginnt eine neue Ära“, sagte Jürgen Stackmann, Vertriebsvorstand der Marke VW, auf einer Pressekonferenz in Berlin.

Vom Erfolg des ID.3 hängt viel ab. Es ist das erste Modell, das auf dem „Modularen Elektro-Baukasten“ beruht, einem System aus aufeinander abgestimmten Komponenten wie Batterie, Ladeelektronik und Elektromotor. Weitere Modelle werden dem ID.3 technisch stark ähneln. Außerdem rüstet VW für die Produktion sein Werk in Zwickau um. Später werden auch die Werke in Hannover und Emden mit Milliardenaufwand für die Produktion von E-Autos umgebaut.

So groß wie ein Golf

Stackmann kündigte am Mittwoch drei Varianten des ID.3 an. Alle drei sind von außen so groß wie ein Golf und bieten innen ähnlich viel Platz wie ein Passat. Sie unterscheiden sich jedoch stark hinsichtlich der Größe der Batterien. Die günstigste Version soll mit voll aufgeladenen Zellen bis zu 330 Kilometer weit kommen und „unter 30.000 Euro“ kosten. Für die mittlere Version mit 420 Kilometern Reichweite verlangt VW „unter 40.000 Euro“. Außerdem ist ein Top-Modell für bis zu 550 Kilometer Fahrt am Stück geplant.

Die Reichweiten beziehen sich auf den Prüfstandard WLTP. Stackmann erklärte, dass die Akkus im Alltag auch viel schneller leer sein können – je nach Fahrweise und Temperatur. In der Praxis liege zum Beispiel die Reichweite des mittleren Modells bei 300 bis 420 Kilometern. „Wir sind unseren Kunden gegenüber ehrlich“, betonte er.

Zum ersten Mal in der VW-Geschichte kann man das Auto weit vor dem Marktstart reservieren. Wer jetzt 1000 Euro anzahlt, soll Mitte 2020 als einer der ersten Käufer einen ID.3 erhalten. „Sie werden damit zu Vorreitern einer neuen Bewegung“, warb Stackmann. Aktuell bietet VW allerdings nur das Modell mit mittelgroßem Akku zur Vorbestellung an. Die Strategie ähnelt der des Konkurrenten Tesla. Auch die Kalifornier haben ihre Elektroautos frühzeitig vermarktet.

Günstiger als Tesla

VW wird Teslas erfolgreiches Model 3 preislich voraussichtlich unterbieten. Tesla verlangt aktuell 44.500 Euro für die Variante mit bis zu 415 Kilometern Reichweite. Das Einstiegsmodell mit etwa 390 Kilometern kostet in den USA 39.000 Dollar und ist in Europa noch nicht bestellbar. Ob der ID.3 technisch mithalten kann, muss sich allerdings noch zeigen. Wichtige Details wie die Motorleistung und das Gewicht will VW erst im September auf der Internationalen Automobil-Ausstellung verraten.

Stackmann kündigte an, in Europa pro Jahr mindestens 100.000 ID.3 auszuliefern. Die chinesische Variante des ID.3 werde diese Stückzahl „schnell übertreffen“. Zum Vergleich: 2018 hatte VW über 800.000 Exemplare seines Bestsellers Golf ausgeliefert. 2025 will VW mehr als eine Million E-Autos pro Jahr verkaufen, andere Konzernmarken wie Audi nicht eingerechnet.

Stackmann betonte mehrmals den Anspruch, klimafreundlich zu handeln. Man werde den ID.3 „klimaneutral“ an die Kunden übergeben. Dafür nutze man Ökostrom in der eigenen Produktion und bei Zulieferern. Unvermeidbare CO2-Emissionen kompensiere VW durch Investitionen in zertifizierte Klimaprojekte.

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