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Niedersachsen Mit Dreirad und Viertonner: So schnell will VWN elektrisch fahren
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Mit Dreirad und Viertonner: So schnell will VWN elektrisch fahren
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00:20 17.03.2019
Auch Fahrräder werden bei VWN elektrisch: Die Betriebsratsvorsitzende Bertina Murkovic mit Markenchef Thomas Sedran (rechts) und Umweltminister Olaf Lies. Quelle: Rainer-Droese
Hannover

Vermutlich steigt kaum eine andere Autofabrik so schnell vom Verbrennungsmotor auf den E-Antrieb um wie das Werk von VW Nutzfahrzeuge (VWN) in Hannover-Stöcken. Aktuell laufen hier nur Diesel und Benziner vom Band. „Schon 2025 werden es zu 80 Prozent elektrisch angetriebene Fahrzeuge sein“, sagte VWN-Chef Thomas Sedran am Donnerstag anlässlich eines Besuchs von Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) im Werk.

Sedran betonte, dass Volkswagen für das ehrgeizige Elektroziel über eine Milliarde Euro in den Standort investiert. Gleichzeitig müssten andere Akteure aber die Ladeinfrastruktur im Land ausbauen. „Hier sind Politik und Energiewirtschaft gefordert“, sagte er.

Vor Kurzem hatte allerdings auch die Wolfsburger Konzernzentrale die Hannoveraner gebremst. Vorstandschef Herbert Diess strich die geplante Elektrovariante des Bullis der siebten Generation. Der T7 soll nun nur als Verbrenner und Hybrid auf den Markt kommen. „Die Entscheidung ist aus meiner Sicht nicht schön, aber auch kein Beinbruch“, sagte Sedran dazu am Donnerstag. Finanziell werde sich der Wegfall des Modells nicht negativ auf die Marke auswirken.

Auch die Zahl der Jobs soll deshalb nicht zurückgehen. VWN erwägt zwei Ersatzlösungen: Eventuell könne man die vom Partner ABT entwickelte Elektrovariante des aktuellen T6 künftig in Hannover bauen, hieß es. Oder man erhöhe die Stückzahl des Hybrid-T7.

Umweltminister Lies lobte die Elektrostrategie der Marke. „Für den Transportsektor und insbesondere im innerstädtischen Lieferverkehr sind E-Transporter eine echte und zudem umweltgerechte Alternative.“ VWN müsse allerdings auch den Wasserstoffantrieb stärker in den Blick nehmen. „Energiewende kann nicht gelingen, wenn wir nur an Batterien denken.“

Im Anschluss an die Diskussion mit Lies präsentierte VWN noch einmal seine Elektro-Palette:

Lastenfahrrad: Das Elektrodreirad hatte VWN schon im Herbst vorgestellt, nun verriet das Unternehmen Details: Es soll von September an für „unter 5000 Euro“ erhältlich sein. Zunächst sollen in Stöcken 650 Stück gebaut werden – die weitere Planung hängt von der Nachfrage ab. Das Fahrrad sei nicht Teil des Kerngeschäfts, sondern „ein Beitrag zur Diskussion über Transportlösungen für die Innenstädte“, hieß es.

Bulli (T6) und Caddy: Die beiden aktuellen, noch für Verbrenner konzipierten Modelle elektrifiziert VWN mithilfe des Allgäuer Tuners ABT. Der Batterie-T6 soll im Frühsommer verfügbar sein, später soll der kleine Kastenwagen Caddy folgen. VWN verspricht jeweils etwa 200 Kilometer Reichweite, verrät aber noch keine Preise. 2022 soll der erste Bulli auf den Markt kommen, der von Anfang an für E-Antrieb entwickelt wurde: der ID Buzz.

E-Crafter: Sein größtes Modell, den Crafter, bietet VWN zum stolzen Preis von 70.000 Euro mit E-Antrieb an. Der Viertonner soll mit einer Batterieladung um die 160 Kilometer schaffen – aus Sicht von VWN reicht das für Paketdienste in der Innenstadt locker.

Von Christian Wölbert

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