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Niedersachsen Volkswagen stellt den neuen Caddy vor
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Volkswagen stellt den neuen Caddy vor
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00:15 07.02.2015
In Posen hat Volkswagen Nutzfahrzeuge die neue Generation des Caddy vorgestellt. Quelle: Volkswagen Nutzfahrzeuge
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Posen

Er gehört eher zu den Unauffälligen im VW-Programm. Aber vielleicht macht das den Erfolg aus. Eckhard Scholz begrüßte den Caddy Mittwochabend jedenfalls als „immer die richtige Wahl“, als das neue Modell auf die Bühne im polnischen Posen rollte. Für den Chef von VW Nutzfahrzeuge ist der Caddy mit fast 150.000 verkauften Autos nicht nur das zweitwichtigste Modell in der Palette. Die Neuauflage markiert auch den ersten Höhepunkt eines Kraftakts, wie ihn die hannoversche Marke noch nicht erlebt hat.

Volkswagen Nutzfahrzeuge hat in Polen den neuen Caddy vorgestellt.

Parallel ist der Nachfolger des Transporters in Arbeit, der wohl auch nicht mehr lange auf sich warten lässt. Und dann ist da noch der neue Crafter, bei dem es mit der üblichen „Produktaufwertung“, vom Publikum gern Facelift genannt, nicht getan sein wird. Eine Neukonstruktion ist in Arbeit, diesmal ohne den langjährigen Partner Mercedes, und das neue Werk entsteht nahe der polnischen Caddy-Fertigung. 2016, so der Plan, soll der neue Crafter kommen.

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Auf der riesigen VW-Baustelle recken sich bereits 50 Kräne in den Himmel. 
 500 Lastwagen rollen dort täglich an. 2000 Bauarbeiter stampfen Tag und Nacht auf einer Fläche so groß wie 300 Fußballfelder eine Fabrik aus dem Boden.

Fast eine Milliarde Euro steckt der VW-Konzern hier in das erste eigene Werk für den Crafter. Es soll schon nächstes Jahr mit der Produktion starten. „Wir haben in Polen bei der Fertigung des Caddy ausgezeichnete Erfahrungen gemacht“, lobt Scholz. Der Caddy entsteht schon lange dort, aber das hannoversche Stammwerk soll nicht leiden. So werden gut ausgestattete Varianten des Crafter mit entsprechenden Gewinnmargen auch in Hannover entstehen. Dann wird hier Arbeit gebraucht, denn Porsche zieht verlagert die Karosseriefertigung des Panamera nach Leipzig. So dreht sich im Konzern das Produktionskarussell – immer mit dem Ziel, für die Möglichkeiten des jeweiligen Standorts das passende Auto zu finden. So wandern Modelle mit geringer Gewinnmarge, wie zum Beispiel Transporter, an östliche Standorte, während sich die Pkw-Varianten mit höherer Marge auch im Westen rechnen.

Auch der Caddy soll den markentypischen Spagat zwischen Pkw- und Nutzfahrzeugwelt schaffen. Bei gut 17 000 Euro beginnt die Preisliste, man kann aber auch problemlos das Doppelte ausgeben. Die vierte Generation wird dringend gebraucht, denn schon seit dem vergangenen Jahr rückt die Konkurrenz dem Marktführer massiv auf die Pelle. Unterm Blech verbirgt sich die alte Plattform, optisch gibt es Retuschen an Front und Heck.

Doch Joachim Rothenpieler, Entwicklungsvorstand bei VW Nutzfahrzeuge, konnte den 450 Gästen gestern dennoch diverse Neuerungen vorführen. Neue Motoren und viel Feinarbeit an der Aerodynamik sollen den Verbrauch spürbar drücken, diverse Assistenzsysteme bringen den Caddy auf die Höhe der Zeit. Der Vorgänger hat einen Maßstab gesetzt: 1,5 Millionen Stück wurden von der dritten Generation verkauft.

Von Stefan Winter und Heiko Lossie

Verhandlungen über VW-Tarif vertagt

„Verpasste Chance“: Die erste Verhandlungsrunde zwischen Volkswagen und der IG Metall über einen neuen Haustarifvertrag ist am Mittwoch in Hannover ergebnislos auf den 12. Februar vertagt worden. Ein Angebot legte das Management des größten europäischen Automobilherstellers nicht vor, was IG-Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine als „verpasste Chance“ kritisierte. VW-Verhandlungsführer Martin Rosik mahnte mit Hinweis auf die Unwägbarkeiten der Weltpolitik einen maßvollen Tarifabschluss an: „Die Pkw-Neuzulassungen in Westeuropa sind so gering wie vor 20 Jahren.“ Zudem seien immer höhere Investitionen in Zukunftstechnologien erforderlich. Es gelte daher, die Wettbewerbsfähigkeit nicht zu gefährden. Angesichts des fehlenden Angebots drohte VW-Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh bereits damit, die Vorlage der VW-Zahlen 2014 abzuwarten, bevor weiter verhandelt wird. Wie im parallel laufenden Konflikt für den Flächentarif der Metallbranche verlangt die Gewerkschaft 5,5 Prozent mehr Geld, gerechnet auf zwölf Monate. Zudem fordert sie mehr Lehrstellen und einen „Zukunftsplan gute Arbeit“, bei dem es etwa um die Vereinbarkeit von Freizeit und Beruf geht.

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