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Niedersachsen Konzern startet neue Marke „Jetta“
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Konzern startet neue Marke „Jetta“
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17:48 26.02.2019
Von Modell zur Marke: der Jetta von VW. Quelle: AP
Wolfsburg

Mit der neuen Marke „Jetta“ will Volkswagen noch in diesem Jahr junge Käufer in China gewinnen. Der Verkaufsstart für eine Limousine und zwei SUV-Modelle sei für das dritte Quartal geplant, teilte der Konzern am Dienstag in Wolfsburg mit. Die Modelle sollen von dem Gemeinschaftsunternehmen FAW-Volkswagen in Chengdu produziert werden und vor allem junge Erwachsene ansprechen.

Der Konzern setzt in China auf eine wachsende Mittelschicht, die nach individueller Mobilität und dem ersten eigenen Auto strebt. In zahlreichen Millionenstädten außerhalb der Metropolregionen wie Peking oder Schanghai sei der Fahrzeugbestand mit oft weniger als hundert Autos pro tausend Einwohner noch sehr gering, sagte Marken-Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann.

In diesem Segment sieht der Konzern noch eine Lücke in seinem Angebot: Fast jeder dritte Kunde in China suche nach einem Modell, das günstiger sei als die Fahrzeuge der „etablierten Leitmarke VW“, sagte Stackmann. Besonders betrüblich aus Wolfsburger Sicht: Diese Interessenten werden bisher vor allem bei einheimischen Herstellern fündig. Dieses Klientel möchte der Konzern künftig mit der neuen Marke „Jetta“ ansprechen.

Die Idee für diesen Namen speist sich aus dem Erfolg des Modells. Das Image des „Jetta“ in China sei mit dem des „VW-Käfer“ hierzulande vergleichen, sagte Stackmann: „Entwickelt von Volkswagen und in China gebaut, hat der Jetta China auf vier Räder gestellt.“ Das Modell habe Mobilität für die Massen gebracht, wie das einst der Käfer in Europa geschafft habe. Bis heute sei der „Jetta“ eines der populärsten VW-Modelle in China – „eine echte Ikone“. Deshalb mache der Konzern erstmals in seiner Geschichte ein Modell zur Marke.

Die zum Start geplante Limousine und die beiden SUV-Modelle sollen von Herbst an erhältlich sein. In Wolfsburg bemüht man sich um eine Gratwanderung: Autos unter der Marke „Jetta“ sollen zwar günstiger sein als andere Autos des Konzerns – aber eben auch nicht billig erscheinen. Es gehe um den Erhalt der „Kernelemente der Volkswagen-DNA“, sagte Stackmann: „Qualität, Sicherheit, Wertbeständigkeit sowie eine klare Designsprache.“ Man werde die neue Marke daher über den üblichen Einstiegspreisen von durchschnittlich 5000 bis 6000 Euro positionieren. Die Autos der neuen Marke dürften um die 10.000 Euro kosten.

Auch sonst will Volkswagen die neue Marke von den Konzernschwestern absetzen. Für die „Jetta“-Familie werde man ein eigenes Händlernetz schaffen, sagte Stackmann. Zum Verkaufsstart im Herbst sei ein Netz von etwa 200 Autohäusern für die neue Marke geplant. Konkrete Stückzahlen wollte der Manager nicht nennen, sechsstellig solle das Verkaufsvolumen aber schon werden, hieß es.

Der Start der neuen Marke ist auch eine Reaktion auf die schwache Nachfrage. Zuletzt hatte Volkswagen über eine Flaute in China in der zweiten Jahreshälfte 2018 geklagt. Wegen geringerer Verkäufe in der Volksrepublik ist der Konzern auch schwächer ins laufende Jahr gestartet. Fast ein Fünftel seines operativen Gewinns erwirtschaftet der Konzern in China. Im Jahr 2017 überwiesen die dortigen Tochtergesellschaften 3,6 Milliarden Euro Dividende. Dem Vernehmen nach soll dieser Betrag im vergangenen Jahr ähnlich groß gewesen sein.

Von Andre Stahl und Jens Heitmann

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