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Niedersachsen Volkswagen trennt sich von Zulieferer Prevent
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Volkswagen trennt sich von Zulieferer Prevent
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00:35 08.04.2018
Brachte Volkswagen mehrfach in Not: Die Unternehmensgruppe Prevent, die seit 1992 einen Firmensitz in Wolfsburg hat.                                 Quelle: Foto: dpa
Hannover

Volkswagen will mit dem Autozulieferer Prevent nichts mehr zu tun haben. Der Konzern hat sämtliche Lieferverträge mit der Unternehmensgruppe gekündigt, hinter der die bosnische Investorenfamilie Hastor steht. Dieser Schritt wurde von Volkswagen offenbar von langer Hand vorbereitet: Als Prevent vor zwei Jahren mit einem Lieferstopp die Produktion in mehreren VW-Werken gestoppt hatte, sei  in Wolfsburg die Suche nach anderen Lieferanten angelaufen, verlautete am Donnerstag aus Unternehmenskreisen. Inzwischen gebe es Alternativen.

Immer wieder Streit

Der schon länger schwelende Konflikt mit Prevent war im Spätsommer 2016 eskaliert. Volkswagen hatte zuvor die Qualität von Sitzbezügen bemängelt und dem Zulieferer einen Auftrag entzogen. Über die Höhe des Schadensersatzes kam es zum Streit – daraufhin hatten die Prevent-Töchter Car Trim und ES Automobilguss die Lieferung an VW eingestellt. Auch in Brasilien kam es zum Streit mit einer Prevent-Tochter, in der Folge ruhte die Produktion dort für 160 Tage – dadurch wurden 140.000 Fahrzeuge weniger gebaut, rund 18. 000 Beschäftigte mussten in den Zwangsurlaub gehen. Nach Angaben von VW entstand dadurch ein Schaden in dreistelliger Millionenhöhe.

Die Auseinandersetzung endete seinerzeit mit der Unterschrift unter ein Eckpunktepapier, das die Arbeitsbeziehung wieder auf eine verlässliche Basis stellen sollte. Zumindest ist das die Sicht von Prevent – die neuerliche Eskaltion habe allein VW zu verantworten: „Wir sehen in der nachweislich seit Längerem beabsichtigten und unlauteren Beendigung der Lieferverträge einen schwerwiegenden Rechtsbruch sowie eine Missachtung der beiderseitigen Vertrauensbasis“, heißt es in einer Erklärung des Zulieferers. Man erkenne darin ein Handlungsmuster, das bereits früher zu harten Auseinandersetzungen geführt habe. „Wir behalten uns rechtliche Schritte ausdrücklich vor“, sagte ein Prevent-Sprecher.

Für Volkswagen war das Eckpunktepapier offenbar nie mehr als eine Art Waffenstillstand. Der Konzern habe sich in einer Zwangslage befunden – eine spätere Kündigung sei deshalb durch die Rechtslage gedeckt. „Volkswagen ist auf eine jederzeit planbare und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit seinen Lieferanten angewiesen“, sagte eine Unternehmenssprecherin.

Ausstieg wird teuer 

Nach Informationen der „Wirtschaftswoche“ kostet der Ausstieg bei Prevent den Konzern mindestens 200 Millionen Euro. Davon würden 159 Millionen Euro benötigt, um andere Zulieferer in die Lage zu versetzen, die Aufträge zu übernehmen, schrieb das Magazin unter Berufung auf eine interne VW-Präsentation. Hinzu kämen Schadensersatzforderungen in noch unbekannter Höhe. „Interne Unterlagen kommentieren wir nicht“, hieß es dazu bei Volkswagen.

Die Zulieferer-Gruppe Prevent beschäftigt in Europa rund 13 .000 Mitarbeiter und kommt auf einen Umsatz von rund 2 Milliarden Euro. Wegen des Ausstiegs von Volkswagen bereitet der Konzern für mehr als 700 Mitarbeiter Kurzarbeit und Kündigungen vor. Ein kleines Werk in Stendal, das zahlreiche Behinderte beschäftige und ausschließlich für VW Nutzfahrzeuge in Hannover produziert habe, stehe vor dem Aus, hieß es.

Von Jens Heitmann

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