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Niedersachsen Vorerst keine Auslagerung von Jobs bei MAN Salzgitter
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Vorerst keine Auslagerung von Jobs bei MAN Salzgitter
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16:46 03.12.2010
Das Arbeitsgericht Braunschweig entschied am Freitag zu Gunsten der Arbeitnehmer. Quelle: ap (Archiv)
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Zwei Kammern des Gerichts hätten per einstweiliger Verfügung der MAN-Geschäftsführung bis zum 30. September 2012 untersagt, den früheren Logistik-Betriebsteil auf eine neu gegründete Gesellschaft zu übertragen, sagte Gerichtssprecher Rainer Pieper am Freitag in Braunschweig. Die Richter hätten sich dabei auf den Standort- und Beschäftigungssicherungs-Tarifvertrag vom Januar 2008 berufen. Eine endgültige Entscheidung will das Gericht im Hauptsacheverfahren im Frühjahr 2011 treffen.

Die IG Metall begrüßte das Urteil. Das Arbeitsgericht habe damit eine klare Entscheidung zu Gunsten der Arbeitnehmer bei MAN in Salzgitter getroffen. „Das Urteil beweist: Tarifverträge sind bindend und können nicht einseitig nach Gutdünken von den Arbeitgebern interpretiert werden,“ sagte Horst Ludewig von der IG Metall Salzgitter-Peine. Gewerkschaft und Betriebsrat forderten die Arbeitgeberseite auf, sich einer Lösung des Konfliktes nicht weiter zu verweigern.

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Es geht um 220 Arbeitsplätze im MAN-Logistikzentrum in Salzgitter. IG Metall und Betriebsrat hatten sich dagegen gewehrt, dass die Mitarbeiter in eine eigene neue Gesellschaft ausgegliedert und unter Tarif bezahlt werden sollten. In der Niederlassung Salzgitter des Münchener Lastwagenbauers brodelt es seit Wochen.

Die Gewerkschaft wirft dem Unternehmen vor, in einem neuen Logistikzentrum Dumping-Löhne außerhalb des Metall-Tarifvertrages zahlen zu wollen. Ein Schlichtungsversuch scheiterte. Das Zentrum soll im Januar öffnen.

Insgesamt arbeiten bei MAN in Salzgitter etwa 2500 Beschäftigte, hauptsächlich im Lkw-Bau. Die Busfertigung wurde bereits im Januar 2008 nach Polen und in die Türkei verlagert. Zugleich hatte MAN ein allgemeines Standort-Versprechen für Salzgitter abgegeben.

dpa