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Niedersachsen Wabco macht den Standort Hannover stark
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Wabco macht den Standort Hannover stark
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00:20 22.01.2015
Von Lars Ruzic
Foto: „Extrem positives Signal“: So soll die neue Entwicklungszentrale von Wabco am Lindener Hafen aussehen. Drei Jahre Bauzeit sind veranschlagt.
„Extrem positives Signal“: So soll die neue Entwicklungszentrale von Wabco am Lindener Hafen aussehen. Drei Jahre Bauzeit sind veranschlagt. Quelle: Wabco
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Hannover

Der Lkw-Zulieferer Wabco stärkt seine Entwicklungszentrale in Hannover mit Investitionen in Rekordhöhe. Die Ingenieurbüros und Labore sollen in einem Innovationszentrum gebündelt und die Zusammenarbeit der Forscher verbessert werden. Dazu will der Konzern Verwaltungsgebäude am Lindener Hafen abreißen und einen komplett neuen Komplex bauen. Rund 23 Millionen Euro lässt sich Wabco den Umbau des Werksgeländes kosten - nach Betriebsratsangaben die höchste Investition am Standort seit mehr als 40 Jahren.

„Das ist ein extrem positives Signal für Hannover“, sagte Wabco-Deutschlandchef Jürgen Heller der HAZ. „Mit diesem Schritt wird die Zukunftsfähigkeit des Standorts massiv gestärkt“, ergänzte Betriebsratschef Jens Schäfer. Management und Arbeitnehmervertreter haben der Belegschaft die Pläne gestern auf einer Betriebsversammlung vorgestellt. Danach sollen die Bauarbeiten Ende des Jahres beginnen und drei Jahre dauern. Geplant sind Büros und Labore auf 11.500 Quadratmetern. Neue Jobs dürften dadurch nicht entstehen.

Hannover ist seit jeher das operative Zentrum der Wabco-Welt. Fast alle Innovationen des US-Konzerns - vom Antiblockiersystem bis zum Notbremsassistenten für Nutzfahrzeuge - wurden hier entwickelt. Der 1884 gegründete Standort kommt auf rund 2000 Beschäftigte, davon allein 625 Ingenieure. Zusammen mit dem Logistikzentrum in Langenhagen und dem Schwesterwerk in Gronau stellt die Region gut jeden vierten der weltweit 11.000 Wabco-Beschäftigten.

Der Konzern hatte zuletzt vor allem den Bau neuer Fabriken an Niedriglohnstandorten vorangetrieben. Hannover bekam 2012 zwar ein Vertriebs- und Trainingscenter, Entwicklung und Produktion jedoch lebten zuletzt eher von der Substanz und mussten improvisieren. Das führte etwa dazu, dass Forscher­büros und Labore auf dem Werksgelände verstreut waren. Künftig werde man effizienter zusammenarbeiten und seine Position als Technologieführer stärken, umschrieb es Heller. Außerdem mache sich der Standort mit einem modernen, lichtdurchfluteten Innovationszentrum attraktiver im Werben um die besten Köpfe.

Die Entwickler in Hannover treiben derzeit eine globale Plattform-Strategie für Bremssysteme voran, vergleichbar mit den Baukastenmodellen der Auto- und Lkw-Hersteller. Die Systeme sollen auf einer möglichst hohen Zahl von Gleichteilen bestehen und damit günstiger und leichter austauschbar sein. Daimler hat die Technologie schon für alle Lkw-Plattformen übernommen.

„Trotz der aktuell großen Herausforderungen in der Nutzfahrzeugindustrie“ wolle man weiter in die strategische Produktentwicklung investieren, sagte Heller. Das Lkw-und Busgeschäft ist derzeit alles andere als ein globaler Wachstumstreiber - in Europa und den USA, den wichtigsten Märkten für den Standort Hannover, verzeichne man derzeit aber ein solides Plus, sagte Heller. Die Produktion mit ihren 1100 Mitarbeitern sei gut ausgelastet. Der US-Konzern kam bis einschließlich September 2014 auf ein Umsatzplus von 9 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar, der Nettogewinn schrumpfte um 4 Prozent auf 226 Millionen Dollar.

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