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Niedersachsen Warnstreiks der Stahlarbeiter gehen weiter
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Warnstreiks der Stahlarbeiter gehen weiter
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13:51 24.09.2010
Zuvor wurde in Salzgitter gestreikt.
Zuvor wurde in Salzgitter gestreikt. Quelle: Nico Herzog
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Hunderte Stahlarbeiter haben am Freitag in Bremen und Georgsmarienhütte die Arbeit niedergelegt, um Druck im laufenden Tarifkonflikt zu machen. „Wir haben keine andere Wahl“, sagte der Betriebsratsvorsitzende des Bremer ArcelorMittal-Werkes, Klaus Hering. In den beiden Verhandlungsrunden hätten die Arbeitgeber nicht zu erkennen gegeben, welches Ergebnis sie sich vorstellen könnten. „Ich hoffe, dass wir am Mittwoch endlich in ernsthafte Verhandlungen eintreten“, sagte Hering, der mit in der Kommission sitzt.

Es gehe um die Forderung nach sechs Prozent mehr Lohn, gleiche Tarife für Leiharbeiter und eine niedrigere Arbeitsbelastung, „damit man einigermaßen gesund das Rentenalter erreichen kann“, sagte IG-Metall-Sprecher Hartmut Riemann in Georgsmarienhütte.

Die dritte Verhandlungsrunde für die rund 85.000 Beschäftigten der nordwestdeutschen Stahlindustrie ist für den 29. September geplant.

Der Bremer Wirtschaftswissenschafter, Prof. Rudolf Hickel, sagte der Nachrichtenagentur dpa, „die Beschäftigten müssen am Aufschwung beteiligt werden“. In der letzten Tarifrunde zur Zeit der Stahlkrise hätten die Arbeitnehmer ihren Beitrag geleistet. „Wir brauchen mehr Binnennachfrage.“ Er forderte die Arbeitgeber auf, ein Signal zu setzen und ein Angebot vorzulegen. Das Bremer Werk beschäftigt rund 3600 Mitarbeiter. Etwa 65 Prozent sind nach Betriebsratsangaben gewerkschaftlich organisiert.

Ein Stahlarbeiter verdient nach Gewerkschaftsangaben bis zu 3500 Euro brutto im Monat. Ein Angebot der Arbeitgeber liegt bislang nicht vor. Die Stahlkocher hatten in den vergangenen Tagen auch schon an anderen Standorten die Arbeit niedergelegt.

dpa

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