Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Wegen Warnstreiks drohen Engpässe bei Medikamenten
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Wegen Warnstreiks drohen Engpässe bei Medikamenten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:26 23.05.2013
Die angekündigten Warnstreik würden auch Apothekenlieferanten treffen. Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

 „Es wird in den nächsten Tagen erste Warnstreiks geben“, kündigte Verdis Verhandlungsführerin Sabine Gatz am Donnerstag auf Anfrage an. Warnstreiks träfen auch die Apothekenlieferanten, sagte Gatz. „Es kommt dann in der Regel zu Lieferverzögerungen.“ Großhändler wie etwa Gehe, Alliance oder Phoenix sorgen mehrmals täglich mit Fahrern für den Arzneinachschub. Erste bundesweite Beispiele für Auswirkungen von Verdi-Warnstreiks auf Apotheken gibt es bereits. Neben den Apotheken geht es im Groß- und Außenhandel beispielsweise um Großmärkte wie die der Metro-Kette oder um Elektro-Großhandelsriesen wie etwa Sonepar.

In der zweiten Verhandlungsrunde am Mittwoch hatte Verdi ein erstes Angebot der Arbeitgeber als völlig unzureichend abgelehnt. Nach Darstellung der Gewerkschaft bietet die Gegenseite ein Lohnplus, das knapp an der Grenze des Inflationsausgleiches liegt. Gleichzeitig stellten die Arbeitgeber die Bedingung, dass Betriebe das Tarifplus unter Verweis auf ihre wirtschaftliche Lage verzögern oder aussetzen dürfen. Zudem forderten sie mehr Arbeit an Heiligabend und Silvester. Verdi will 6,5 Prozent auf 12 Monate. Verdi und die Arbeitgeber verhandeln am 10. Juni in Runde drei.

Anzeige

Konkret sieht die Arbeitgeberofferte vor, die Einkommen im ersten Jahr von zwei Jahren um 2,0 Prozent zu erhöhen und eine Einmalzahlung von im Schnitt 60 bis 80 Euro zu leisten. Im zweiten Jahr sollen die Löhne um 1,7 Prozent steigen. Führende Banken in Deutschland rechnen mit etwa 1,5 Prozent Preissteigerung dieses Jahr.

dpa