Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Weitere Entlassungen bei Karmann
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Weitere Entlassungen bei Karmann
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:10 03.06.2009
Karmann Cabrio Autobauer
Ein erneuter Personalabbau trifft den insolventen Autobauer Karmann in Osnabrück. Quelle: Volker Hartmann/ddp
Anzeige

Dies habe die Unternehmensleitung in Abstimmung mit der Insolvenzverwaltung während einer Betriebsratssitzung verkündet, berichtete die Vertretung der Arbeitnehmer. Offensichtlich sollen die Strukturen des Unternehmens rechtzeitig zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens angepasst werden. Derzeit befindet sich Karmann in der vorläufigen Insolvenz. Insolvenzverwalter ist der Frankfurter Rechtsanwalt Ottmar Hermann.

Besonders betroffen vom erneuten Personalabbau ist mit 335 Kündigungen die Metallgruppe bei Karmann. Allein durch die Schließung des traditionsreichen Werkzeugbaus verlieren 245 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz. Betroffen sind aber auch die Bereiche Dachsysteme mit den bekannten Cabriodächern (minus 64 Mitarbeiter) und die technische Entwicklung (minus 16 Mitarbeiter).

Der Betriebsrat kündigte gestern an, sich „trotz der rechtlich schwierigen Situation“ für einen Erhalt des Werkzeugbaus einzusetzen. Lösungsansätze seien bereits im Team des Insolvenzverwalters erarbeitet worden. Diese müssten nun „unbedingt weiter verfolgt werden“, heißt es in einem Schreiben des Betriebsrats. In der vergangenen Woche sei mit dem Team des Insolvenzverwalters über einen Personalbestand von 164 Mitarbeitern im Werkzeugbau gesprochen worden.

Gleichzeitig räumte die Arbeitnehmerseite ein, dass ein Insolvenzverwalter nur dann das Unternehmen weiterführen dürfe, wenn den monatlichen Ausgaben entsprechende Einnahmen gegenüber ständen.

Karmann hatte am 8. April Insolvenz angemeldet. Dem Unternehmen fehlten die Aufträge. Sollten die nun angekündigten weiteren Kündigungen umgesetzt werden, blieben danach bei Karmann knapp 1500 Mitarbeiter übrig. Im Jahr 2007 waren es rund 7000 Mitarbeiter.

von Bernhard Remmers