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Niedersachsen Weniger Arbeitsplätze im Handwerk in Hannover
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Weniger Arbeitsplätze im Handwerk in Hannover
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11:33 16.02.2010
Von Dirk Stelzl
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Auch die Unternehmen im Bezirk der Handwerkskammer Hannover haben im vergangenen Jahr unter der Wirtschaftskrise gelitten und zahlreiche Arbeitsplätze gestrichen. Die Umsätze verringerten sich um 3,5 Prozent auf 6,88 Milliarden Euro. Rund 1500 Stellen gingen nach Schätzung der Kammer verloren – ein Minus von 1,5 Prozent. Die Zahl der Betriebe stieg dagegen. 2010 bleibe ein „schwieriges Jahr“, sagte Hauptgeschäftsführer Jans-Paul Ernsting.

Die Auswirkungen der Krise auf das Handwerk seien etwas geringer gewesen als zunächst befürchtet. „Die Konjunkturpakete der Bundesregierung haben einiges abgefedert.“ So habe sich im Herbstquartal die Konjunktur im Bau- und Ausbauhandwerk deutlich verbessert. Ein großer Teil der Kraftfahrzeugbetriebe habe von der staatlichen Abwrackprämie für alte Autos profitiert.

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Die Umsatzentwicklung im Kammerbezirk entspricht in etwa dem Bundestrend. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) nimmt an, dass die Umsätze des Wirtschaftszweigs in Deutschland im vergangenen Jahr um 3 Prozent gesunken sind. Wegen der vergleichsweise stabilen Binnenkonjunktur hatte der ZDH allerdings lange gehofft, dass die Einbußen der Handwerker etwas geringer ausfielen.

Ende Dezember waren bei der hannoverschen Kammer 18.168 Betriebe eingetragen – rund 160 mehr als ein Jahr zuvor. Sie beschäftigten 103.590 Mitarbeiter. „Die positive Entwicklung bei den Betriebszahlen zeigt, dass die Selbstständigkeit im Handwerk nach wie vor ein erstrebenswertes Ziel ist“, sagte Ernsting. Es spielt noch etwas anderes eine Rolle: In wirtschaftlich schwierigen Zeiten gebe es erfahrungsgemäß mehr Existenzgründungen. Viele Handwerker, die ihren Arbeitsplatz verlören, suchten ihr Heil in der Selbstständigkeit – nicht immer mit Erfolg.

Während die Zahl der Betriebe, bei denen ein Meisterbrief oder eine gleichwertige Qualifikation vorausgesetzt wird, um 0,6 Prozent zurückging, gab es bei den sogenannten zulassungsfreien Branchen Zuwächse. Allein im Gebäudereinigerhandwerk zum Beispiel kamen knapp 100 Betriebe hinzu – ein Plus von fast 13 Prozent. „Es erfüllt uns nach wie vor mit großer Sorge, dass neue Betriebe vor allem im zulassungsfreien Bereich entstehen – also dort, wo keine Qualifikationsnachweise für die Gründung erforderlich sind“, sagte Ernsting.

Für das laufende Jahr ist die Kammer „verhalten optimistisch“: „Die Belebung der Konjunktur, die wir im Herbst zu spüren bekommen haben, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir wieder ein schwieriges Jahr vor uns haben.“ Es bestünden weiterhin erhebliche Unsicherheiten.