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Wie man mehr aus der Milch macht

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00:18 22.06.2019
Mitarbeiter des Deutschen Milchkontors arbeiten in der Verpackung. Quelle: Carmen Jaspersen/dpa
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Hannover

Das Deutsche Milchkontor (DMK) will sich vom Massenproduzenten zu einem Hersteller von Markenprodukten wandeln. Ziel müsse es sein, von den Kunden als Spezialist für Joghurt, Käse, Eiscremes und Babynahrung wahrgenommen zu werden – das ist die „Vision 2030“ für Deutschlands größte Molkerei, die Vorstandschef Ingo Müller am Mittwoch bei der Vertreterversammlung in Hannover vorgestellt hat.

„Wir wissen, dass die DMK die Leidensfähigkeit ihrer Landwirte in der Vergangenheit oft strapaziert hat“, sagte Müller. Die rund 7500 Mitglieder der Genossenschaft könnten jedoch auch nicht erwarten, dass ein solch fundamentaler Umbau über Nacht greife. Im vergangenen Jahr sei es gelungen, den Umsatz mit 5,6 Milliarden Euro fast stabil zu halten, das Ergebnis verbesserte sich leicht auf 30,6 Millionen Euro.

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Viele Bauern haben Verträge gekündigt

Wegen der Unzufriedenheit mit den vom Milchkontor gezahlten Preisen hatten viele Milchbauern ihre Verträge gekündigt. In den vergangenen beiden Jahren büßte die Molkerei 800 Genossenschaftsmitglieder und 1,3 Milliarden Kilogramm ein – das entsprach in etwa einem Viertel der ursprünglichen Milchmenge. Das DMK hat in der Folge vier Milchwerke und Molkereien geschlossen und die Geschäfte unter dem Dach einer Holding neu geordnet. Mengen, die über die Anlieferung der verbliebenen Genossen hinaus benötigt werden, kauft das Milchkontor inzwischen bei Konkurrenten wie Arla zu.

„Wir haben uns konsequent an das Credo ,Marge vor Menge’ gehalten“, heißt es im Vorwort zum aktuellen Geschäftsbericht. Um die Rentabilität zu steigern, müsse das DMK mit seinen Marken noch klarer erkennbar und „in ausgewählten Sortimenten die klare Nummer eins für den Verbraucher“ werden, sagte Vorstandschef Müller.

Kommentar: Die Milch allein macht’s nicht mehr

Von Jens Heitmann

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