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Niedersachsen Wirbel um Aufsichtsrat der Nord/LB
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Wirbel um Aufsichtsrat der Nord/LB
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20:21 25.04.2013
Eine Unternehmerin, die als CDU-nah gilt, soll ebenso wie ein FDP-Mitglied und Unternehmensberater aus dem Aufsichtsrat der Nord/LB abgelöst werden. Quelle: dpa
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Hannover

Doch die Unternehmerin, Mirja Viertelhaus-Koschig aus Oldenburg, will ihr Amt nicht freiwillig niederlegen. Der Aufsichtsratsvorsitzende und Finanzminister Peter-Jürgen Schneider (SPD) ist deshalb verärgert. Er sagt, Viertelhaus-Koschig habe erst einer Ablösung zugestimmt, sich die Sache dann aber offenbar anders überlegt.

Die Landesregierung besetzt fünf Positionen des Landes im Nord/LB-Aufsichtsrat. Ein Mitglied vertritt die Region Braunschweig, es ist Salzgitters OB Frank Klingebiel (CDU). Als Unternehmer sind Viertelhaus-Koschig von der Vierol AG (Autozulieferer) und der Hörgerätehersteller Martin Kind benannt. Außerdem schickt Niedersachsen den Hamelner Unternehmensberater Klaus-Peter Wennemann (FDP).

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Schneider erläuterte der HAZ, Kind habe ihn um baldige Entbindung von der Aufgabe gebeten. Der Minister habe den Unternehmer und Fußballpräsidenten aber ermuntert, zumindest bis Frühjahr 2014 zu bleiben. Bei Viertelhaus-Koschig und Wennemann sei es anders - hier habe er beiden signalisiert, dass sie zum Sommer 2013 ausscheiden sollen. Wennemann erklärte gestern auf Nachfrage, er werde sich einer Abberufung „nicht widersetzen“. Viertelhaus-Koschig teilte mit, sie sehe „keinen Grund, das Amt niederzulegen“. Sie sei nicht parteigebunden und es habe bisher auch keine sachliche Kritik der Regierung an ihrer Tätigkeit im Aufsichtsrat gegeben. Der Finanzminister ist über diese Darstellung verärgert, denn er habe anfangs von Viertelhaus-Koschig ganz andere Signale vernommen. Ihr Vater und Vierol-Seniorchef Jürgen R. Viertelhaus war Zielscheibe heftiger SPD-Kritik im Landtagswahlkampf gewesen. Er hatte zeitweilig den „Club 2013“ geleitet, einen CDU-nahen Gesprächskreis.

Da Viertelhaus-Koschig sich weigert, bleibt der Regierung nur ein Weg, sich von ihr zu trennen: Sie kann abberufen werden. Dafür müsste jedoch ein „wichtiger Grund“ vorgetragen werden.

Albrecht Scheuermann 23.04.2013
Albrecht Scheuermann 23.04.2013