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Niedersachsen Zoff um Nordzuckers Afrika-Pläne
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Zoff um Nordzuckers Afrika-Pläne
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18:51 12.06.2014
Von Carola Böse-Fischer
Nordzucker plant Investition von rund 215 Millionen Euro für den Bau einer Rohrzucker-Fabrik. Quelle: dpa
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Hannover

Jüngst hatte Konzernchef Hartwig Fuchs, der derzeit auf einer Roadshow für das Projekt wirbt, noch erklärt, die Anbauer stünden voll hinter den Plänen. Eine Versammlung des Norddeutschen Zuckerrüben Aktionärsvereins am Mittwochabend vermittelte einen anderen Eindruck: Vehement lehnten die Anbauer dort die geplante Investition von rund 215 Millionen Euro für den Bau einer Rohrzucker-Fabrik ab, mit der sich Nordzucker auf das Ende der EU-Zuckermarktordnung 2017 vorbereiten will. Wegen „unkalkulierbarer Risiken“ fürchten sie, dass das Projekt wie in Serbien im Desaster enden könnte und die Anbauer die Zeche zahlen müssten.

Nun ist der Verein, dessen Mitglieder schon als „Zuckerrebellen“ belächelt wurden, weit davon entfernt, für die Mehrheit der rund 7000 heimischen Rübenanbauer zu sprechen. Er hat gerade einmal gut 260 Mitglieder. Sie halten 1,7 Millionen der rund 37 Millionen Aktien der Nordzucker Holding, die wiederum mit mehr als 84 Prozent der größte Anteilseigner des Nordzucker-Konzerns ist.

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Aber seit die Sambia-Pläne in der Welt seien, steige die Mitgliederzahl rasant, sagte Vereinschef Hans-Heinrich Voigts der HAZ. Meist schlössen sich größere Betriebe dem Aktionärsverein an. Voigts leitet die Calenberg Bredenbeck GbR in Wennigsen, die die Güter der Freiherrn Knigge und des Welfenprinzen Ernst August von Hannover bewirtschaftet. Sie ist damit einer der größten Rübenanbauer der Region.

Voigts und seine Mitstreiter wissen, dass sie die Großinvestition nicht verhindern können. Aber die Gegenargumente seien nicht von der Hand zu weisen, sagte Voigts. Sambia, eines der ärmsten Länder der Welt, sei wegen der dort verbreiteten Korruption politisch instabil, die Infrastruktur katastrophal und die Eigentumsverhältnisse seien ungeklärt. Das sei nicht gerade ein gutes Investitionsklima, sagte Voigts - zumal der Braunschweiger Konzern in der Rohrzucker-Produktion bisher völlig unerfahren sei.

Offensichtlich hat die Kritik ihre Wirkung nicht verfehlt. Konzernchef Fuchs erklärte jedenfalls jüngst, man favorisiere für das Projekt jetzt Tansania. Die kritischen Aktionäre sehen darin jedoch nur ein Ablenkungsmanöver. Fuchs werfe lediglich Nebelkerzen, um die Sambia-Pläne im Stillen doch vorantreiben zu können, erklärte Voigts. Zumindest das wolle der Aktionärsverein aber verhindern.

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