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Niedersachsen Zwei Perspektiven auf die Welt
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19:49 08.12.2013
Von Lars Ruzic
Jochen Wilkens (links) und Ralf Becker. Quelle: dpa/r.
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Hannover

Die Branche beschäftigt zwischen Flensburg und Göttingen gut 65 000 Menschen, ein Großteil davon in Niedersachsen, wo etwa Continental, Abbott, Dow Chemical oder H. C. Starck zu den Mitgliedsbetrieben von Jochen Wilkens’ Arbeitgeberverband ChemieNord gehören. Die IG Bergbau, Chemie, Energie, die Ralf Becker im Norden vertritt, hat in dieser Tarifrunde 5,5 Prozent mehr Lohn für die Beschäftigten gefordert – vor allem mit dem Argument, der Branche gehe es gut, und die Aussichten hellten sich sogar noch weiter auf.

Damit ist die IG BCE in den vergangenen Jahren gut gefahren. Die Verhandlungen fanden jeweils zu einem Zeitpunkt statt, als die Wirtschaft vor einem Aufschwung stand. „Mit solchen Prognosen sind wir jetzt zweimal reingefallen“, ärgert sich dagegen ChemieNord-Hauptgeschäftsführer Wilkens. Jeweils gab es satte Zuwächse für die Belegschaft, und anschließend sei das Wachstum weitaus schlechter ausgefallen als erwartet. Derzeit jedenfalls rechtfertige die wirtschaftliche Lage in den Unternehmen „die viel zu hohe Forderung definitiv nicht“. Klar, dass Becker das anders sieht. Derzeit gebe es „sehr viel Licht und wenig Schatten“, die Eigenkapitalrendite der meisten Betriebe liege meist jenseits von 8 Prozent.

Da müsse auch für die Beschäftigten etwas abfallen. Weit auseinander liegen die beiden auch in der Frage, wie man es künftig mit der Übernahme von Ausgebildeten in eine unbefristete Anstellung halten soll. Bislang wird in der Branche das Gros der Lehrlinge nach dem Abschluss zunächst nur befristet übernommen, später folgt allerdings in den allermeisten Fällen die unbefristete Übernahme. Becker IG BCE reicht das nicht.

Hier müsse es einen Paradigmenwechsel geben, fordert er. Die unbefristete Übernahme gleich nach der Lehre solle die Regel werden und nicht Ausnahme bleiben. Wilkens warnt dagegen, dass es in diesem Fall damit vorbei sein werde, dass die Branche über Bedarf ausbilde. Wo hier am Ende die Kompromisslinie verläuft, wird sich Mitte Januar zeigen. Dann gehen die Verhandlungen bundesweit in den Endspurt.

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